Patrick Rabe

Der beliebteste Mann im Viertel

Der beliebteste Mann im Viertel

 

Ich gehe Leuten auf die Nerven, seit ich denken kann,

mein pures Dasein stört sie, ich bin ein böser Mann,

die Leute sterben, wenn ich atme, werden grün im Gesicht,

und wenn ich mich mal freue, erlischt ihr Seelenlicht.

 

Ich bin ja schuld an allem, was im Viertel hier misslingt,

ich bin es, der am Mittag bohrt und aus dem Gulli stinkt,

fällt irgendwo der Strom aus, hab ich am Rad gedreht,

ich grabsche eure Kinder an, damit bei mir was steht.

 

Ich sorg für schlechtes Wetter, und ich erschuf Covid,

ich lenk die Schritte von Herrn Schmidt, tritt er mal in den Schiet.

Na klar, ich bin der Teufel, so muss es ja wohl sein.

Da ihr ja dieser Meinung seid, werft ruhig den ersten Stein.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 2. April 2020, Hamburg.

 

 

Ich wollte dieses Gedicht eigentlich „Der Quotenjude“ nennen, aber dann hätte ich vermutlich wieder eine Anzeige wegen Antisemitismus gekriegt. Ist ja auch völlig logisch. Juden sind die größten Antisemiten, Hitler war selber Jude, und die Juden haben in Auschwitz, das es nicht gab, selber das Gas aufgedreht. Weiß doch jeder, der sich immer Youtube-Verschwörungsvideos anguckt. Naja, jedenfalls finde ich dies ein passendes Karfreitagsgedicht. Jesus war übrigens auch Jude. Kein Arier. Und vermutlich auch kein Moslem. Das hatte einen sehr triftigen Grund. Mohammed schrieb den Koran erst mehrere hundert Jahre nach Jesu Kreuzigung.

 

Jedoch ist mein „Auf Krieg gebürstet sein“ wirklich nur der diesjährigen Obernervsituation geschuldet, die allerdings auch nicht nur in „Covid“ besteht, sondern auch in idiotischen Vermutungen über meine sexuellen Vorlieben (Pädophilie, Homosexualität… wahrscheinlich auch noch die sexuelle Vorliebe für Toaster, Fernseher und Tiefseealgen…). Ihr könnt ja mal Pilatus anrufen. Vielleicht hat er in seinem Terminkalender noch was frei. Aber Achtung: Kreuzigung nur noch bis heute Nachmittag, 15 Uhr möglich. Euer Bibelkenner. Ich könnte auch noch auf Bob Dylans Song „Neighbourhood Bully“ („Nachbarschaftstyrann“) hinweisen, da ich ja angeblich immer nur Bob Dylan im Kopf habe, und alle meine Songs und Gedichte bei ihm abschreibe. Aber das erspare ich mir (nicht), weil ich auch noch total widersprüchlich bin, und euch sowieso ärgern will. Wer es aber nachprüfen will: „Neighbourhood Bully“ hat nur außerordentlich peripher mit meinem Gedicht zu tun. Ich habe natürlich schon bei der Namensgebung für mein Gedicht daran gedacht.

 

© by Patrick Rabe, 2021.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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