Brigitte Waldner

Der Druck der Sehnsucht

Ich muss dein Bild in meiner Hand ertragen, 
es macht mein Herz so schwer und hoffnungslos,
zu dir kann ich was Liebes nicht mehr sagen,
die Strecke bis zu dir ist endlos groß.
Ich wünschte mir, wir liefen durch die Wiesen,
wir sollten damals nichts auf später schieben,
wir sollten einfach viel mehr Zeit genießen,
um das zu tun, was wir gerade lieben.
 
Die Zeit des Lebens ist für uns Vermögen,
wir hatten uns vom Leben viel erwartet,
wir konnten leider gar nicht viel bewegen,
das Spiel des Lebens war sehr abgekartet.
Wir mussten lebenslänglich funktionieren,
wir wussten nicht, dass es für uns entartet;
dass wir uns gegenseitig bald verlieren,
kam für uns beide ziemlich unerwartet.
 
Wir hofften, für einander dazustehen,
noch viele Jahre glücklich und gemeinsam.
Getrennte Wege schicksalhaft zu gehen,
ist hinzunehmen und es macht mich einsam.
Und könnten wir das Leben neu beginnen,
ich hätte dich so gern zurück genommen,
ach, könntest du dem Tode noch entrinnen,
ich glaube, auch du würdest wieder kommen.
 
Ich muss dein Bild in meiner Hand ertragen,
das jeden Tag mein Herz mit Weh bedrängt;
es fällt mir oft nicht leicht in diesen Tagen,
ich fühle meine Freiheit eingeengt.
Ich hätte an dich auch noch ein paar Fragen,
doch haben meine Tränen sie verdrängt,
ich würde dir so gern was Liebes sagen:
Ich hätte dir noch Jahre gern geschenkt.
 
In meinem Herzen bleibst du unvergessen,
in den Gedanken bist auch du verblieben,
ich teilte gern mit dir die Interessen,
und diese Verse hab ich dir geschrieben.
Ich hätte sie dir gerne vorgelesen,
sie hätten dir die Tränen hergetrieben,
die Jahre sind vergangen unterdessen,
ganz ohne dich sind es bald zweimal sieben.  
 
Wie oft hat es seither wohl schon geregnet?
Dein Schicksal hat sich davon nicht gewendet,
Ich wäre gerne dir noch oft begegnet.
Der Kampf des Lebens ist für dich beendet.
Ein Priester hat dich friedlich eingesegnet,
die schönen Rosen haben Trost gespendet.
Dein Weg zum Himmel ist für dich geebnet,
die letzten Grüße hab ich dir gesendet.
 
Der Druck der Sehnsucht tobt in meinem Herzen,
der Himmel ist verspielt in Ewigkeit,
und zur Musik von kleinen Trauerterzen
sind Tränen unaufhörlich fließbereit.
Auf deinem Grabe brennen rote Kerzen,
sie leuchten durch die stille Dunkelheit.
Die Mängel sind durch nichts mehr auszumerzen,
ein Engel trägt mit mir am Grab das Leid.
 

© Brigitte Waldner

 

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