Horst Werner Bracker

Faxinus

Horst Werner Bracker

. . . F r a x i n u s


Ballade


Des Herbstes Düsternis hat Fraxinus Herz betrübt
Ganz in grauer Öde liegt nebelgrau der frühe Morgen
Schemenhaft, - der Häuser Mauern, der Blick ungeübt
Hinter grauen Pappelalleen, im Nebeldunst verborgen
*
Wohin führt ihn der Weg, den Fraxinus hoffnungsvoll betrat?
Welch Hindernisse, welch Dornengesträuch hemmen seinen Schritt?
Hin, zu des Tages Enge? Indes Schurken Verrat?
Ist’s das Glück oder gar der Tod, der an seiner Seite ritt?
*
Er mag den Kopf nicht heben, lässt sein Auge nichts sehn
Die Würfel sind gefallen, es waren ihrer Zehn!
Im Sinnen hörte er sie Fallen, ein Lachen kam dazu
Ein räuspern und ein Schallen, dann, war wieder, ruh!
Als er den Blick doch schärfte, sah er, was er sah
Auf einen schweren Tisch bot sie sich schamlos dar
Es war das schicksalhafte Fatum, - auch Bitternis genannt
Wie abgelegt, als hätt man sie gefunden, auf Düstern Land
Das Haar, lag lang in großer Fülle, bedeckte schwarz, den weißen Leib
Ihr derber, doch sündhaft schöner Körper, gehörte einem göttlichen Weib
Ihr Busen zitternd wogte, als schwömme sie im Meer
Es schien, der Wasser grünen Wogen, - erregten sie noch mehr
Ein wollüstig Gestöhn, drang aus ihrer prallen Brust.
Dazu, ein selbstvergessenes Schreien, - der puren Lust
*
Da stieg ein Hüne aus den Fluten, die Amphore im muskulösen Arm
Sie war aus purem Golde, mit Wein gefüllt, der aus Samos kam
»Heil dir, du leicht beschürzte! In Wollust dich zu winden
Ist alles, was du kannst! Statt im Leben, den rechten Weg zu finden!«
»Willst du als Gossen Weib, - in Schmutz und Elend nicht enden -
So sollst du nun dein sündhaftes Leben wenden!«
»Steig heraus aus deinem Sündenpfuhl und reinige deinen Leib!«
»Ich ernenne dich zum Kurator der Kranken! Curare,- sei dein Zeitvertreib!«
Das Weib erschrak, wie im Großen leide, erkannte sie ihr schändlich, Tun
Sie wollte ihr Leben ändern. Wollt alles dafür tun.
Wollte Tun, - wie ihr geheißen., Ging hin zum tosenden Meer.
Die Wogen stürmten, stürzten, Grüngläsern, von Westen her
Im Wilden, Sturmesbrausen, graublaue Wolkenungetüme
Gefüllt mit Sturmes Kräften, erhellt mit grellen Blitzen die Bühne

*


Sie trat zum Klippenrand, stürzt sich im düsteren Höllenschlund
Ein weit entferntes Donnergrollen als kämmst von Garms* den Höllenhund
Als würden der frommen Lieder nun gesungen, beruhigten sich die Fluten
Ganz in Stille, das Inferno nun, nur das schlagen der Weidenruten.
Tönte vom Bache leis, wie schneller Trommel Wirbel, ohne Harmonie
Als wär's ein wild getobt, einer schweren Sturmesmelodie
Noch am gleichen Tage, der Abend war schon nah, der Sonne roten strahle
Tauchte, den Felsen in rotem Licht, da schwamm mit einem Male
Eine Nixe, aus der weiß, schäumenden Gischt hervor
Sie trug ein weises Gewand, eine Haube mit rotem Kreuz davor
Es war das in Demut gewandelte Fatum, auch Bitternis genannt
Die ihre Sünden bereute, ihre Wollust dem Meer zu eigen gab
Ihr verruchtes Leben ablegt und den Dämon der Tiefe übergab
Ihr Haar trug sie gebunden, Demut schönte nun ihr Gesicht
Nächstliebe strahlte aus ihren Augen. Als wäre es, göttliches Licht -
Umschmeichelt eine Aura, ihren gereinigten, jungfräulich - schönen Leib
Fraxinus hob seine Arme und segnete das Weib!
»Sei willkommen nun, du neu geborene, im Kral der Moral!«

(16.04.2021)

* germanischer Höllen Hund

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