Inge Offermann

Iffezheimer Frühling

Weißgewandete Frühlingsbräute
die Schlehenbüsche am Mühlbach,
gelb besternt Scharbockskraut
die übersonnten Erlenmatten.
Unter Trauerweidenschleiern
vespern Menschen auf der Uferbank.
Dächer träumen goldbeschienen
im warmen Mittagsschein,
Blausterne, Märzbecher
und Traubenhyazinthen
mit Osterglocken
in aprilbunten Dorfgärten.
Still schlängelt sich
der schmale Oertelgraben
durch Anemonenwiesen
des gepflegten Parkes
mit Hängebrücken und
schwankenden Kinderschaukeln
unter knospendem Ahorn, Thuja
und amerikanischem Tulpenbaum
mit letztjährigen Sternsamen
an seinen noch kahlen Ästen.
Graue Straßen steigen sanft
zwischen Fachwerkhäusern
zur rötlichen Sandsteinkirche
in der Ortsmitte auf, wo
der Glockenschlag die
volle Stunde des beginnenden
Nachmittags einleitet,
wenn das Dorf wieder
aus sonniger Ruhe erwacht.

© Inge Offermann

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Vom Kinderlied

„Hänschen klein ging allein“

bis zu Schillers

„Freude schöner Götterfunken,Tochter aus Elysium“

haben Dichter ihre Gedanken und Gefühle niedergeschrieben und Komponisten die Texte in Töne verwandelt.

Hätten Schiller und Beethoven in ihrem ganzen Leben nur diese zwei Werke erschaffen, die Menschheit hätte sie nie vergessen und immer wieder dankbar dafür verehrt, sind es doch unsterbliche Geschenke aus dem Geiste einer höheren poetischen Welt geboren.

Was ist ein vollkommeneres Kunstwerk, die Rose im Garten oder das Gänseblümchen auf der grünen Frühlingsflur ?

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