Loreen Xibalba

Um was geht es?

 

Löse deine Knoten. Du stehst dir im Wege,

da liegt‘s in der Mitte, du ahnst es, der Vorhang fällt schwarz.

Viel Geschrei, wenig Licht.

Ein Ungeist erhebt sich am Morgen, die Sonne verblasst.

Wir drehn‘ uns im Kreis, wir baumeln wie Puppen am Seil.

Wer spielt mit den Fäden? Wer lenkt uns? Wir sehen es nicht,

man versteckt sich.

 

Die Schar nickt und segnet das Messer. Die Klinge blitzt, während des Schnitts!

                                                                     Wer fällt in die Tiefe?

Das Schwarze wird weiß und was Weiße wird schwarz. Die Schar jubelt lauthals.

Sie rufen: „Vorbei ist der Tanz!“

 

Löse deinen Knoten. Der Vorhang fällt schwarz.

Da liegt’s, in der Mitte, du ahnst es, du stehst dir im Wege.

Viel Geschrei, wenig Licht.

Wir drehn‘ uns im Kreis, wir baumeln wie Puppen am Seil.

Wer spielt mit den Fäden und lenkt uns? Wir sehen es nicht,

man versteckt sich.

Man zeigt sich bloß denen, die glauben. Wir sehen im Glauben den Gott,

                                                                     der uns pausenlos treibt.

 

In Plastik gewickelt, gereinigt, in Reihe und dennoch allein. Der eine missachtet den andern.

Man atmet die Viren durch Löcher. Die Peitsche des pechschwarzes Engels trifft zischend ins Fleisch.

Er lächelt mit leuchtenden Augen und säuselt. Sein Herz ist aus Glas, seine Locken sind braun.

 

Löse deinen Knoten. Der Vorhang fällt schwarz.

Da liegt’s, in der Mitte, du ahnst es, du stehst dir im Wege.

Viel Geschrei, wenig Licht.

Wir drehn‘ uns im Kreis. Wir sehen sie nicht. Sie versteckt sich.

Wir baumeln wie Puppen am Seil. Sie zupft an den Fäden und lenkt uns.

 

Im Takt ihrer Worte, geduckt und verängstigt. Auf: krempelt die Ärmel nur hoch!

Ein winziger Stich, sagt sie, zieht an den Fäden, ein winziger Stich nur zum

                                                                                             Glück.

Das ewige Leben, es nimmt uns gefangen. Schon sehnen wir uns nach dem Tod.

 

Löse deinen Knoten. Da liegt’s, in der Mitte, du ahnst es.

Auf, kremple die Ärmel nur hoch. Viel Geschrei, wenig Licht.

Wir drehn‘ uns im Kreis. Wir baumeln wie Puppen am Seil.

Das ewige Leben, es nimmt uns gefangen. Die Locken des Engels sind braun.

Ein Ungeist erhebt sich am Morgen, die Sonne verblasst.

Wir drehn‘ uns im Kreis. Wir sehen sie nicht. Sie versteckt sich.

 

Zwei Schritte voran, niemals rückwärts, der Tunnel wird länger zum Licht.

Die Masken der Guten, die Maske des Bösen, wir ahnen’s, doch handeln

                                                                                                  wir nicht.

 

Wir baumeln wie Puppen am Seil.

Sie rufen: Vorbei ist der Tanz!

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