Claus Reessing

DER KULTUR AUF DER SPUR

Kunst oder Kultur? Oder vielleicht doch irgendwas mit Literatur? ... Genau, das werde ich jetzt probieren, und mit Hingabe den Text formulieren, an dem die Menschen hängen bleiben, wo schon beim Schreiben jeder einzelne Buchstabe berührt, und das fertige Wort unweigerlich zum Nachdenken und weiterlesen verführt.
Dachte ich, in Gedanken schon den Nobelpreis in der Hand, und natürlich den verwandten Sonderpokal vom Schriftstellerverband. Also Papier und Stift  besorgt, vor lauter Aufregung noch mal schnell Flüssigkeit entsorgt, kann ich es kaum noch erwarten, diese Niederschrift zu starten. So will ich mit meinem überwältigenden Werk beginnen, doch zwingen meine alten Schreibgeräte mich sofort zu der Erkenntnis, mit ihnen wird das Vorhaben nicht gelingen, sie haben dafür kein Verständnis, und klingen beim ersten Versuch zu schreiben, als würde man eine alte Wurzel über eine Reibe treiben, und lassen das Papier, durch die nicht mehr vorhandene Tinte, in seiner Haltbarkeit leiden. Um das zu vermeiden, macht es vielleicht sowieso mehr Sinn, wenn ich online bin, denn schließlich wird dieses Werk für die ganze Welt ein Gewinn. Doch zunächst bin ich noch nicht drin, ich muss mich erstmal in die Lage versetzen, mich vernünftig zu vernetzen. Da mein digitales Endgerät nicht mehr funktioniert, das blöde Ding ist kollabiert, blockiert die nicht mehr vorhandene Technik, mich in meiner Ausführung beträchtlich. Langsam bekräftigt sich das Gefühl, mit verdächtig viel Kalkül, will irgendetwas mich daran hindern, dass ich ein Gedicht, mit Aussagekraft und weltpolitischen Gewicht verfasse, und meine Motivation so mindern, dass ich das ganze Unterfangen lasse. Mit Verdruss, zu allem Überfluss, muss ich mir jetzt auch noch eingestehen, im Moment, fällt mir nicht mehr wirklich viel ein, keine Idee, kein Reim, das soll einer verstehen, wie kann das sein? Ich hatte mir doch soviel vorgenommen, voller Euphorie begonnen, doch kommen langsam Zweifel auf, und ich komme drauf, es lag an den Gedanken, die bei der Vorbereitung eigentlich mehr Aufmerksamkeit von mir verlangten, doch unbeachtet, verfrachtet in den Kurzzeitspeicher, zogen sie dann weiter und verschwanden. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich bei mir langsam die Gewissheit einschleicht, dass dieser Versuch fürs erste reicht. Es fällt nicht leicht, aber um die Lust nicht zu verlieren, und Frust zu vermeiden, lasse ich das Schreiben an dieser Stelle erstmal bleiben. Vielleicht werde ich mich stattdessen auf das Verleimen alter Rahmen konzentrieren, lass mich begeistern von der Kunst der alten Meister, und werde das kombinieren, mit Malerei die ich selber auf die Leinwand kleister, es einfach mal mit der Pinselei probieren, lass ich mich inspirieren, um Farben auf der Staffelei neu zu platzieren. Doch, kollidieren wird das vermutlich mit einer Schwäche, wenn ich die nicht hätte, könnte ich Rot und Grün besser unterscheiden, zu dumm, unter diesen Umständen, ... bleibe ich vielleicht doch besser beim Schreiben? Um die Hoffnung nicht ganz zu vertreiben muss ich wohl bescheiden akzeptieren, dass etwas Sinnvolles zu kreieren, ganz schön schwer, und wirklich mehr ist, als einfach nur zu kopieren. Ich schätze, man kann studieren gute Sätze zu formulieren, aber es eben auch mal so probieren. Auf jeden Fall werde ich mich darauf konzentrieren, dass mich Geistesblitze bombardieren. Aber muss ich auch tolerieren, wenn sie bei mir dann doch nicht funktionieren? Mehr als blamieren ist eben manchmal nicht drin. Aber hin und wieder ist selbst das schon ein großer Gewinn. Also, bis der Blitz erscheint, wird nicht vor sich hin geweint, sondern so lange gearbeitet bis der nächste Witz sich endlich reimt.
Gut geschleimt nimmt die Geschichte jetzt doch noch eine Wende, das hier ist nicht das Ende meiner Kreativität, wie die Zeit verrät, im Grunde nie zu spät, bin ich hier auf der Spur ....

Der KULTUR

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.04.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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