Andreas Vierk

Diesseits

 

 

 

Das Dasein wühlt als Weh und Woge,
als Hunger und Demenz,

als Summe aller Epiloge.
Ich liebe es wie eine Droge,
wie eine Abstinenz.

So habe ich auch dich geliebt
und musste um dich trauern.
Das Dasein hat uns ausgesiebt,
weil’s grausam ist, und wenn es gibt,
dann singt’s in Nervenschauern.

Wer bringt mich in die Psychiatrie,
löscht meinen Namen aus?
Mein Ego existierte nie,
und wenn ich aus den Adern flieh,
aus meinem Leib hinaus,

will ich, Schmarotzer aus Berlin,
aus allen Wirklichkeiten fliehn,
damit ich wirklich werde.
Das Dasein selbst ist Heroin,
und zieht uns auf die Erde.

Zum Abschied, Liebe, lass ich dir
Gebiss und Hirn und Knochen.
Es sind Reliquien von mir
und bleiben lange für dich hier:
die nächsten drei, vier Wochen.

 

 

Anmerkung:
Das Gedicht ist gewisser Weise biografisch,

bleibt aber ein Gedicht. Ich bin nicht irrsinnig
und auch nicht drogenabhängig, und benötige
weder Trost, noch Spott. Das Wort „Heroin“
steht hier allgemein als Droge und Härte des
Daseins.

 

 

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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