Anschi Wiegand

Unerwünschte Untermieter

Nun war's so weit in diesem Jahr
da hatten sie uns auserkoren
ich glaub es war im Januar
sie haben draußen wohl gefroren...

Des Nachts zu meist recht später Stunde
da nahmen wir ein Poltern war
sie drehten da wohl ihre Runde
uns war die Ursache nicht klar...

Aufgrund des Lärms waren wir sicher
es muss ein großes Tier wohl sein
ein Marder, Ratten, andre Viecher
waren im Flachdach wohl daheim...

Es wurde jeden Abend schlimmer
man dachte an 'ne Kegelbahn
die Sorge wuchs, man fragt' sich immer
was stellen sie als nächstes an...?

Bauen sie gar ihr Nest schon oben
und gründen Großfamilie dort
haben sie Anspruch schon erhoben
wie kriegen wir sie dort nur fort...?

Mein Mann, der technisch sehr versiert
wollte den Täter erst mal sichten
hat Kameras dort installiert
die auch zur Nacht uns unterrichten...

Und eine große Lebendfalle
für marderähnliches Getier
ward aufgestellt mit Müh' für alle
die dort rumorten nachts allhier...

Im Schattenbild konnten wir sehen
dass unsre Falle wohl fällt aus
denn fort mit unsrem Köder gehen
sahen wir eine kleine Maus...

Und dann, bei näherem Betrachten
sah man ein Huschen und ein Rennen
rund um den Köder und die Falle
nun konnten wir den Feind erkennen...

Die Hausmaus ist ein nettes Tier
doch leider auch 'ne große Plage
vor allem, wenn's nicht nur drei vier
ich sicher die Prognose wage...

Als Nachbarn in den Grünanlagen
und auch bei uns in unsrem Garten
kann ich nicht viel dagen sagen
den Zutritt dort auch gern gestatten...

Jedoch als neue Untermieter
im Flachdach hier im unsrem Haus
sind sie uns leider sehr zuwieder
da soll'n sie schnellstens wieder raus...

Kann weder Krankheiten vertragen
die diese Tiere mit sich bringen
und leider muss man auch noch sagen
sie nagen an ganz vielen Dingen...

Jedoch weil Tierfreunde wir sind
sollten sie eine Chance erhalten
durch Lebendfallen dann geschwind
weit außerhalb nun künftig walten...

Es dauerte 'ne ganze Weile
bis alle Mäuse wir gefangen
sie hatten wirklich keine Eile
da gerne bei uns abgehangen...

Ein jeder gab ich einen Namen
bevor wir sie ins Feld entließen
Neun waren es dann bis zum Amen
fast werden wir sie jetzt vermissen...

Nun ist es wieder ruhig im Dach
und jedes Loch ist nun verschlossen
damit es gibt kein neues Ach
mit neuen Mietern unverdrossen...

© Anschi Wiegand, 26.4.2021

 

Es war ein wochenlanger Kampf, bis wir unsere Untermieter endlich alle gefangen und "umgesiedelt" hatten, zumal das Flachdach nur über den Lichtschacht im Gäste-WC zugänglich ist, den man nur mit Leiter und Kletterei über den Turm von Waschmaschine und Wäschetrockner erreichen kann.
Im Anschluss dann alle Wellen des Welldachs von der Seite her zu verschließen, aber dennoch die Belüftung des Daches nicht komplett zu unterbinden, war eine weitere Herausforderung. Zwei größere Zugänge, die sogar einmal eine Katze vor unsere Kamera ließen, verschraubte mein Mann mit Lochblechen, so dass künftig hoffentlich wirklich keine ungebetenen Besucher mehr über unseren Köpfen Krawall machen werden... :-)
Anschi Wiegand, Anmerkung zum Gedicht

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