Patrick Rabe

Lauf der Gestirne (ein Mondsonett)

 

Der Mond war voll, und hell, so wie ein Spiegel

schien er im Rund auf unser Land hinab,

und deuchte es so manchen auch als Grab,

am Morgen brach die Sonne doch sein Siegel.

 

Die Sonne holt die Lanzen ihrer Strahlen,

und gibt uns Leben, Böse nennen’s Krieg,

und hoffen von der Sonne letzten Sieg,

doch sie will nur ein frohes Lachen malen.

 

Der Kriegerische wittert stets Zerstörung,

in allem, was der Himmel ihm erweist,

er tobt und schreit, wenn Liebe ihm begegnet.

 

Ein Mensch jedoch, den beides hat gesegnet,

ist bei den Menschen, die der Mond vereist,

und in der Sonne wirkt er die Betörung.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 27. April 2021, Hamburg.

 

Nach jedem Vollmond des zunehmenden Jahres wird die Sonne ein bisschen stärker. Ab ca. dem Halbmond – also abnehmenden Mond- müsste man also, auch als Dichter, eigentlich einmal ein Sonnensonett schreiben. Ich versuche mich hier daher in der korrekten Sonettdialektik, für die ich mich vielleicht ein bisschen mehr anstrengen muss, als mein hier schreibender Kollege Andreas Vierk, dennoch glaube ich, dass es mir diesmal wieder einmal gelungen ist. Ich kann ja nicht immer nur hingeschludertes Geschmier mit falschen Metren schreiben. Dennoch: Ab und zu braucht man ja auch als ernstzunehmender Dichter ein bisschen Lockerheit. Das letzte Wort kann gerne als Wink für Lockdownlockerungen verstanden werden. Wenn es mit dem Mai und dem Juni naturgemäß wärmer und auch heißer wird, ist eine „in-der Bude-häng-Politik“ wirklich der falsche Ansatz. Deeskalation (und auch Gesundheit) tritt eher ein, wenn man/frau auch mal nach draußen darf. Wir werden ja hoffentlich nicht NUR von Mondkälbern regiert.

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