Frank Thomas Arnhold

Der ewige Flieger

Ich weiß noch wie es war,

als unsere Hände sich jungfräulich berührten.

Das erste Mal .

Als unsere Augen diese magischen Blicke tauschten,

So tief.

Nie zuvor wurde uns solch‘ Empfinden zuteil.

So rein, so ursprünglich, so wahr.

Unverbraucht und voll pochender Kraft.

Nirgends existierte eine vergleichbare Macht.

Ich weiß noch wie das war.

 

Ich weiß noch wie es war,

als der grimmige Krieg unsere Liebe versuchte.

Das erste Mal.

Die Herzen zum Zerbersten gedehnt, doch

so stark.

Unser Liebe Band hat er rüde unterschätzt,

Es hielt Stand den grausamen Widrigkeiten.

Trotzte gar dem Tod, den auch ich gebracht,

dem fallenden Feind und seinesgleichen.

Ich weiß noch wie das war.

 

Ich weiß noch wie es war,

die Zeilen deiner Briefe liebevollen Schmerzes.

Das erste Mal.

Meine Worte an dich spiegelten sich in den deinen.

So klar.

Du bangtest um mich, wie ich um dich.

Auch in der Ferne waren wir uns noch nah!

Luna trug die Sehnsucht unserer Herzen

durch Kampf, Rauch und Elend einander zu.

Ich weiß noch wie das war.

 

Ich weiß noch wie es war.

Künstlicher Horizont, nebenan ein Bildnis von dir.

Das erste Mal.

Stets stieg ich auf zum Firmament aus Wolken und Wind.

So frei!

Sonach ein glühendes Stakkato,  gnadenlos vergeltend,

brach jäh entzwei den Stolz meines fliegenden Schwerts.

Des Feindes zornige Rachsucht traf in mein Genick,

und in den Wolken gab es kein Versteck mehr für mich.

Ich weiß noch wie das war.

 

Ich weiß noch wie es war,

dieses hässliche Antlitz des wehenden Todesschatten.

Das erste Mal.

Blutrot wie ein Strom der Liebe pulsierte es aus mir.

So warm.

Ich fühle mich ewig in dir geborgen.

Nur in dir fand mein Herz eine letzte Ruh‘.

Tränen werden versiegen, die Absenz vernarbt.

 

Ich weiß genau noch wie das war,

zwei liebende Menschen im Herzen vereint.
 
 
Fotografie und Text © Frank Thomas Arnhold

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.05.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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