Hanns Seydel

DER WILDPARK UND DER WILDTIERE REVIER


Ausgedehnt ist das Gehege,
breit und lang sind alle Wege.
Der Wildhüter hat alles im Blick,
Tier und Natur sind von ihm ein Stück.
Grimmig sind zwar manche Tiere,
doch am Ende sind sie friedlich.
Ihr` Gesinnung kann Nichts störe`
und zum Schlusse sind sie fröhlich.
Des Tieres intensiv` Bewegungsdrang
zeiget, dass es zieht am stärksten Strang.

Im Wildpark ist`s herrlich,
nichts dort kann sein verderblich.
Des Parkes Tiere bannen,
Jeder kann bei ihn` entspannen.

Des Wandrers weiter Weg,
er führt ihn oft vorbei
an der Tiere starkem Steg,
wo der Einklang immer sei.
Tier und Menschen hab` Beziehung,
das Verhältnis ist Bereicherung.
Das Haustier der Mensche achtet,
doch nach dem Wildtier das Haustier trachtet.
In die frei` Nature auch das Haustier will,
da bleibt sein sonstiges Gemüte nicht mehr still.

Im Wildpark ist`s herrlich,
nichts dort kann sein verderblich.
Das Wildtier ist friedlich,
die Freud` ist nicht spärlich.

Doch auch im Tierreich gibt es Gegensatz,
nicht jedes Tier ist des andren Schatz.
Und der Gegensatz wird ausgeglichen,
die Tempramente können sich vergleichen.
Rauhe Schale, weicher Kern,
das sieht das gegnerische Tier sehr gern.
Doppelt wuchtig ist des Tieres Will`,
wenn`s verlässt den Klang der Still`.
Das Wildtier kann sehr laut auch sein,
doch sein Charakter, der bleibt rein.

Im Wildpark ist`s herrlich,
nichts dort kann sein gefährlich.
Kein Raubtier ist das Wildtier,
auch nicht der starke Stier.

Und wie der Wurfspieß wirkt mit wackrer Wucht,
so schweift das Wildtier weit umher.
Das Streunen ist des Wildtiers Sucht,
das fördert sein` Bewegunsdrange um so mehr.
Und jaulend und jaulend, mit schrecklicher Kehl`,
der Braunbär kommt herb herbei gestürmt.
Doch auch er hat eine gute Seel`,
in ihm brandet Freude aufgetürmt.
Die Wildtier sind sich alle eins,
sind friedlich wie der Tier` sonst keins.

Im Wildpark ist`s herrlich,
die Aura dort ist bestens prächtich.
Betrachten kann man dort gemächlich
die Harmonie, die etwas hat für sich.

Und unverfroren kommet angerannt
die Wanderratte wutentbrannt.
Ihre Ruhe hatte derb gestört
das Murmeltier, das hatte sich verhört.
Da kommt der Fuchs heran gerast,
der vorher hatte gut gefraßt.
Das Massige ist sein` Natur,
er folget seiner eignen Spur.
Nun kennet der Triebdrang kein Halten mehr,
in Tierens Seele ist jetzt nichts mehr leer.

Im Wildpark ist`s herrlich,
der Wandrer ist fröhlich.
Die Natur tut ihm immer gut,
dort gibt es nicht des Alltags Glut.

Des Himmels Tiere sind fürbass erstaunt,
alle Vögel sind sehr gut gelaunt.
Tiefgang kennet auch des Tieres Seel`,
ihrn Instinkt, sie könnte nie verfehl`.
Das Tier wird ärgerlich, es faucht,
seine Ruhe, sie ist oft verbraucht.
Der Urtrieb fordert seinen Zoll,
niemals gerät er dort ins Soll.
Doch am Ende ist die Ruhe da,
vergessen ist, was vorher wa`.

Im Wildpark ist`s herrlich,
die Natur ist hehr am Wirken.
Die Atmosphäre ist erfreulich
und kann das Freudige verstärken.

Der Graureiher stolzieret stolz dahin,
Turmfalke hat nur das Fliegen im Sinn.
Geheimnisvoll schleichet in später Stund`
im Revier der müde einsam` Hund.
Doch Platz muss er schleunigst machen,
es nahet schnell der heftge Drachen.
Und Hierarchie, sie ist dauernd überall,
doch nicht immer klingt ihr freudger Schall.
Das Wildtier, krallezeigend, wird unangenehem,
der gemächlich` Löwe macht es sich bequem.

Im Wildpark ist`s herrlich,
der Wandrer spazieret gemächlich.
Den Tiern gehört sein Interesse,
niemals könnt` er sie vergesse`.

In Tränen brechen Hund und Katze aus,
wenn sie sehn der Wildtier` gefahrvolles Gebraus.
Doch das gefahrvolle Gebrause,
es spielt sich vor in des Tiers Zuhause.
Das Wildtier greift Niemanden an,
sein` Friedlichkeit sei hier genann`.
Und in der Ruhe liegt die Kraft,
deren Mühe zeigt die wirklich` Macht.
Der Riesenwurf der Ausdauer,
auch beim Tier erzeuget Wonneschauer.

Im Wildpark ist`s herrlich,
das Wildtier ist glücklich.
Natur und Tier gehörn zusamm`,
es ist ein starker, starker Stamm.

Jedes Wetter meistert das Tier,
Regen, Sturm, Gewitter und Hagel.
Der Unwetter sind ihrer vier,
wuchten wie der Hammer auf den Nagel.
Doch auch des Regens prasselnd` Fluten,
die Tiere könn` nicht aufhalten.
Die Tiere sind sich dann am Sputen,
denn das Wetter ist krass am Schalten.
Und siehe, wenn`s auch noch so rauscht und braust,
Wildtier bleibet in der Ruh`, auch wenn`s richtig saust.

Der Wildpark ist herrlich,
der Genuss dort ist möglich.
Die Wildtier` zu betrachten,
Bereicherung kann verursachen.

Der Wille zur Selbstbehauptung,
er ist dauernd auch beim Tier.
Unwillkürlich, wie durch höhre Schulung,
strebt das Tier mit eigner Gier.
Im Verehrerkreis der Tiere Freunde,
wo herrschet stetig schönste Freude,
wird bewundert Tiers Besonderheit,
die erzeuget größte Heiterkeit.
Sich behaupten in sei`m eigenen Revier,
beim Wildtier Vieles spricht dafür.

Der Wildpark ist herrlich,
der Betrachter fühlt Freude in sich.
Wunderbar sind alle Eindrücke,
sie wirken wie prachvolle Stücke.

Abend ist es jetzt geworden,
Nichts an diesem Tage war verdorben.
Ein ereignisreicher Tag, er geht zu Ende,
prächtges Leben war im ganz` Gelände.
Ruhelos sind wilde Tiere,
am Wildesten sind starke Stiere.
Doch letzten Endes in sich ruhend,
sind auch die Wildtier` herzlich rührend.
Und in dem ganzen weit` Revier,
da herrschet nur der Freude hehre Gier.

Der Wildpark ist herrlich,
sein` Wirkung ist kräftich.

Und gegen der Natur Gewalten
kein Tier ist je gefeit.
Wetters wechselhaft` Verhalten
zu meistern, dazu ist das Tier bereit.
Aufhalten kann das Wildtier nichts,
es leuchtet wie die Hell` des Lichts !




( E N D E )
Hanns SEYDEL, 01.05.2021 - 06.05.2021
( Werk 255 )




 

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