Hanns Seydel

DIE ZOFE


Auf dem Pferde sitzend sah sie hinab,
der Weg zum Königshaus nahm seinen Lauf.
Vom Landadel stammte sie ab,
der Hochadel nahm sie auf.
Die Königin blickt gütig,
der Zofe Wesen, es ist züchtig.
Schön gelocket ist ihr Haar,
das erfreut der Edelmänner Schar.

Um der Königinne Gunst, sie ist bemüht,
die Königin soll niemals sein betrübt.
Die Kammerzofe ist sehr liebenswert,
ihr Herz ist immer unbeschwert.
Auch der Edelfrau, sie dienet lieb,
die best` Manieren sind bei ihr verblieb`.
Liebevoll bereitet sie stets vor
das Mahl, es steht bevor.

Der König sieht der Zofe Mühe,
die bereits war da in aller Frühe.
Sie bereitet vor den Kaffeetisch,
alle Speisen komm` geliefert frisch.
Und jeder Ritter war erstaunt,
wenn die Zofe ihm hat zugeraunt :
"Herr Ritter, fühlet Euch hier wohl,
Vergesset jeden frühren Groll."

"Mein Kind, Du hast mich überzeuget"
versetzt der Ritter tief beweget.
"Der Friede, er sei hier erneuert,
Deine Gutheit sei noch oft gesegnet."
Die erregte Zof` bekam errötend` Wangen,
dieses Lob, sie hätte nicht erwart`.
Und wenn der Ritter später war gegangen,
mit Freundlichkeit, er hatte vorher nicht gespart.

Als Kammerjungfer war sie der Kammerfrau untertan
und ihr zeigte sie ganz deutlich, was sie kann.
Sie konnte freundlichst Gäst` bedienen
und sie allerbest` bewirten.
Ob Edelfrau, ob Königin,
beim Ankleiden war die Zofe da.
Das Beste lag in ihrem Sinn,
der Rittersmann nichts Schönres sah !




( E N D E )
Hanns SEYDEL, 02.05.2021 - 07.05.2021
( Werk 256 )




 

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