Gabriele A.

Da scheiden sich die Geister...

Narzisst und Narzissen

Beileibe weiß Ich`s nicht genau
vielleicht war Er auch eine Frau
Egal wer will schon alles wissen
ich stutz zurecht mir die Narzissen

Fein gesteckt und leuchtend frisch
steh sie bei mir auf dem Tisch
in der Vase doch bescheiden
solang sie Freude mir bereiten

Sind jene dann verwelkt am Morgen
ja dann werd ich sie entsorgen

            **

Der Narzisst

Narziss war einst ein schöner Sohn
mit Geltungssucht in Perfektion
Sein Vater - Flussgott Kephisos
auch er bewundert seinen Spross

Der Wichtigkeit seiner Talente
setzt allumfassend er Akzente
Von Mann und Frau noch so begehrt
war niemand seiner Liebe wert

Doch Rachegöttin Nemesis
bestraft den eitelen „Narziss“
ahndet ihm mit dem vergnügt
was er den andern zugefügt

Auch Nymphe Echo ward verschmäht
von dem besonderen Ästhet
Wie`s ihrem Wesen so entsprach
redet sie nur Gehörtes nach

Als dieser sich im See erblickt
war er vom Anblick sehr entzückt
dass es so viel Schönheit gibt
unsterblich war er nun verliebt

Merkt nicht – dies war sein Spiegelbild
so war von Liebe er erfüllt
bis endlich die Erkenntnis reift
die Wahrheit schmerzlich er begreift

Wenn auch das Wasser reflektiert
vom Liebreiz war er fasziniert
bewundernd fand er sich grandios
und kam von sich selbst nicht los

Tief in´s Spiegelbild versunken
ist er einst im See ertrunken
Erscheint als Geist des Augenblicks
des Totenreichs im Flusse Styx

Dort wo er starb an jener Stelle
wiegt eine Blume leuchtend helle
sich vor herrlicher Kulisse
duftverströmend – die Narzisse

(c) Norwind 

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