Gabriele A.

Der Wind weht ihre Tränen über´s Meer


doppelt Sonett

Der Tag war grau noch düst´rer kam die Nacht
und Regen prasselt auf die Erde nieder
Sehnsucht vom Wind getragen murmelt wieder
zog stürmisch sie an´s Meer mit aller Macht

Sie wendet sich der Felder Schwärze zu
die Stadt hat sie längst hinter sich gelassen
Wie Nebel eines Traumes kaum zu fassen
zerfließt im Schlamm ihr Fußabdruck im Nu

Der gischtdurchweichte Wind in ihren Haaren
verinnerlicht wie glücklich sie hier waren
die Angst kriecht aus dem Innersten hervor

Gedanken in der Brandung jäh zerschellen
im Abgrund jener Klippe locken Wellen
dort wo sie ihren Liebsten einst verlor
                   
                   *

Der Leuchtturm wirft sein Streiflicht über´s Meer
berührt mit seinem Schein die dunk´len Schatten
und jene Zeit die sie gemeinsam hatten
erstarrt sitzt sie schon eine Weile hier

Der Wind weht ihre Tränen über´s Meer
erschöpft spürt sie des Todeshauch´s Verlangen
ein Stück von ihr ist eh mit ihm gegangen
völlig durchnässt fühlt sie sich nur noch leer

Sie denkt an diese uralte Geschichte
ihr Nein macht diese jedoch gleich zunichte
zu viele fanden vor ihm hier den Tod

Geheimnisvoll die Dunkelheit noch wacht
nichtsahnend des Versprechens dieser Nacht
erglüht am Horizont das Morgenrot





(c) Nordwind

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