Anschi Wiegand

Tanz auf Glas

Wie beim Tanzen auf hauchdünnem Glas

ist das Leben nicht immer nur Spaß

drum bei manch' Tanzfigur die man dreht

merkt zu spät man, dass zu Bruch etwas geht...

 

So oft Worte ganz harmlos gemeint

doch erscheinen uns dann wie ein Feind

weil Erfahrung das Hören beschneidet

und durch Dejavús man daran leidet...

 

Weil der Sprecher das Alte nicht kennt

und der Hörende dies nicht benennt

macht ein Wort oft, dass uns einer meidet

wie ein Schlittschuh das Eis oft zerschneidet...

 

Auf die Art entstand zu oft schon Krieg

weil das Ziel zu oft nur war der Sieg

statt die Schlittschuh' zur Seite zu stellen

und die Unklarheit neu zu erhellen...

 

Er ist schwer, so ein Tanz auf dem Glas

Miteinander macht so keinen Spaß

jedes Wort auf die Goldwaag' zu legen

lässt im Eiertanz nur uns bewegen...

 

Darum will ich mich stets ermahnen

um Wege zur Freiheit zu bahnen

will mich nicht in Vergang'nem verlieren

und will Böses nicht interpretieren...

 

Nur so kann der Glastanz gelingen

und uns zu mehr Toleranz bringen

statt Verletzungen weiter zu pflegen

uns auf andere zuzubewegen...

 

© Anschi -11. Mai 2021

Als ich meinen jetzigen Mann kennenlernte, war ich auf vielerlei Weise "gebranntes Kind", hatte einige unschöne Erfahrungen gemacht und diese hatten mich geprägt. So passierte es häufiger, dass ich verstört oder verletzt reagierte auf Bemerkungen, die mein Mann (damals noch mein Freund) eigentlich nur spaßig gemeint hatte. Oder verschreckt und ängstlich war und mich nicht traute, meine Meinung zu vertreten oder ein Nein auf einen Vorschlag zu sagen, weil ich in der Vergangenheit dann durch verschiedene Menschen mit "Nichtachtung" gestraft wurde. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich diese Vorurteile und Dejavús ablegen konnte und begriff, dass mein Partner nicht "die anderen" ist. Auch mit manch Vorgesetztem geht es einem oft so, dass man ganz vieles als Kritik empfindet, obwohl es letztlich nur ein harmloser Kommentar war, der ausgesprochen wurde... einfach, weil man eben Kritik erwartet oder in der Vergangenheit oft kritisiert wurde. So geht es mir jedenfalls öfter auf der Arbeit.
Und ich stelle fest, dass es mit den neuen Medien... egal ob Internetforen oder WhatsApp, SMS und ähnlichem... noch schwieriger wird, weil man die Betonung einfach meist gar nicht so "rüberbringen" kann... ganz oft reagiert dann jemand gekränkt (aus oben genannten Gründen), weil er unsren Text ganz anders "hört", als er gemeint war. Oder weil man unbewusst ein Thema angeschnitten hat, das dem Empfänger grundsätzlich Aggressionen beschert...
Diese und viele ähnliche Beispiele liegen meinem Gedicht zugrunde... und ich glaube, fast jeder Leser und jede Leserin kennt dazu Beispiele aus dem eigenen Erleben...
Anschi Wiegand, Anmerkung zum Gedicht

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