Patrick Rabe

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Rausch ohne Leere,

mach es einfach,

einfach gemacht,

alle gelacht.

 

Du gehst eben weiter,

weil man weiter geht,

und weil man mal geht,

und weil man mal steht.

 

Und an jeder Ecke

wirst du rezipiert,

mal knallwach, mal traurig,

mal unkonzentriert.

 

So wirst du zum Star

gegen alle Gesetze,

Natur, Universum,

selbst Gott eine Metze.

 

Es ist selbst egal,

dass du schon einer warst,

vor unendlichen Jahr’n,

als die Bubble zerbarst.

 

Denn dazwischen warst du

was du wurdest und bist,

nur bemerkte es keiner,

keiner hat dich vermisst.

 

Nur: da fandest du Möwe

deinen eigenen Schwarm,

und warst sehr produktiv,

denn sie hielten dich warm.

 

Und sie alle, sie wussten:

Du bist irre geschäftig,

und die Machtlosen hielten

dich für irre mächtig.

 

Denn Ergebnisse regneten

auf diese Stadt,

und es war so wie Manna,

oder ein gutes Blatt.

 

Und man las dich, man hörte dich,

feierte dich,

fern und nah war dir klar,

man begeierte dich.

 

Und dann… bumms. Kam der Absturz

weil die Smartphones dilierten,

und sich mit Handys

und alten Mac’s kombinierten.

 

Und dann gehst du die Straße

entlang, rezipiert.

Möwe Jonathan, frei,

aber völlig vertiert.

 

Denn was niemand mehr wusste,

sogar du nicht mehr ganz,

der Mensch ist ein Tier,

oben Geist, unten Schwanz.

 

Rausch ohne Leere,

einfach gemacht,

mach es allen zu einfach,

alle haben gelacht.

 

 

© by Patrick Rabe, Donnerstag, 13. Mai, 2021, Hamburg.

 

 

Angelehnt an Musik und Texte der Hamburger Schule und an den Roman „Die Möwe Jonathan“. Beides finde ich gut, sonst würde ich wohl kaum ein Gedicht daran anlehnen. Ein Plagiat ist es trotzdem nicht. Es ist ja auch kein Goethe-Plagiat, wenn jemand in einem Gedicht „Brudersphären Wettgesang“ schreibt (obwohl Goethe das erfunden hat, und es glaube ich, auch heute keiner mehr versteht. Es heißt nämlich nicht „Wir sind Santiano, und einer versucht lauter zu singen als der andere“, sondern: „Die Sonne macht eben so schöne, den Schöpfer preisende Geräusche, wie auch alle anderen Planeten, Sterne und Pulsare.“ Man darf nur eines nicht vergessen. Im „Faust“ singen dieses Loblied nicht die Planeten selber oder der menschgewordene Atheismus, sondern die vier Erzengel. Wenn jemand aber, ohne jede ironische Brechung, oder ohne es zitierend in einen neuen Zusammenhang zu stellen, (wie dies z.B. in Teilen des Dadaismus, Bauhaus, anderen Stilen der 1920er Jahre und eben auch bei manchen Bands der Hamburger Schule gemacht wird) die Zeile „das will mir schier das Herz verbrennen“ verwendet, muss es wohl doch als Goethe-Plagiat gewertet werden, zumal eine solche Ausdrucksweise nicht mehr wirklich ins 21. Jahrhundert passt, es sei denn, man schreibt NUR in diesem Stil. Und nur mal als kleiner Hinweis: meine Kunst ist zwar manchmal lustig, aber niemals eine Verarschung. Abgesehen davon bezieht sie sich auf die heutige Zeit. Und eine Frau hat unten eine Möse und ein Gender *(sternchen).

 

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