Patrick Rabe

Asphalt, 50 Grad, Revolution um 12 Uhr Mittags (Urban...)

Asphalt, 50 Grad, Revolution um 12 Uhr Mittags

(Urban Daytime Nitemare)

 

 

Sie fallen. Fallen weiß aus den Fenstern,

rasend bäumt sich Leinwand herab,

und stürzt blutbeschrieben

über die schwarzen Hochhauswände.

„Wir haben nichts als Hass für euch!“

steht auf den Bannern.

Engel, aus den Höhen des Himmels gefallen,

werden vom Bodenbelag wieder hochgekotzt,

und reißen den schwarzen Asphalt

als über die Häuser spritzende Lava mit.

Oben auf dem Haus erscheint eine Frau mit einem Geierschnabel.

Sie lacht. Lacht ein schreckliches Lachen.

„Der Satan hat gewonnen!“,

schreit sie nach unten in die Menge.

Und es biegt sich ein Pimmel

aus den Lüften in ihren Mund,

und immer noch lachend saugt sie die Tränen

aus diesem krummen, verseuchten Schniedel,

und gallernd spülen Wellen

grauen Spermas

die Polizeiwagen weg.

„Ich liebe dich!“, schreit die Frau mit den schwarzen Haaren.

„Ja, ich dich auch!“, grölt der rothaarige Mann mit dem Nudelgericht-to-go.

Sie stürzen übereinander,

und die Frau schlägt ihm ihren Geierschnabel in die Schulter.

Ein roter Wasserhydrant neben ihnen

fängt an, wie hysterisch Fontänen auf sie zu schießen.

Sie küssen sich, lachen, und dankbar

baden ihre Körper und Seelen

im kühlen, klaren Wasser des Hydranten.

 

 

 

© by Patrick Rabe, So., 16. Mai, Hamburg.

 

San Francisco und Los Angeles gewidmet. Nicht immer ist es Klimawandel, wenn es dort in Kalifornien so heiß wird. Gar nicht allzu selten ist es auch ein Erdbeben oder ein Vulkanausbruch irgendwo an der San-Andreas-Spalte. Und bitte nehmt dieses gedicht nicht zum Anlass, um 12 Uhr Mittags auf irgendein Hochhaus zu klettern, und Revolution zu machen. So ist es nicht gemeint. Eine politische Aussage hat es allerdings schon. Neben der Tatsache, dass es wie fast alle meine Gedichte Zeitstimmungen einfängt.

Patrick Rabe, So, 16. Mai, Hamburg.




 

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