Patrick Rabe

In der Foltergewalt der Außerirdischen (Stockholm-Syndrom...)

In der Foltergewalt der Außerirdischen

(Stockholm-Syndrom in grünem Affenblut mit Cordlatzhose)

 

 

„Myriaden von Häuserwürfeln,

wir sind hier ganz allein,

wir bleiben nur, wenn wir dürfen,

können wir Freunde sein?“

 

„Nein, denn ihr wollt uns schlachten,

wir kennen euch schon von dort,

wo wir die Feuer machten,

an dem geheimen Ort.“

 

Sie nahm ihn unter die Knute,

nahm ihn in den Vertrag,

und zeigte sich ihm als Stute,

die jeder vögeln mag.

 

Sie stand vor ihm an der Bühne,

und hat ihn sanft verhext,

ihn flachgelegt an der Dühne,

„Du wirst besser, wenn du leckst.“

 

Er stürzte in Myriaden

von Häuserblocks wolkig ab,

verkündete Tod und Schaden,

und kühlte sich ab im Grab.

 

„Mannkinder: Mankind,

ihr sollt verlöschen im Dust,

und fahren im Schnellzug

in den Europapark Rust.

 

Enzian-Ex- Press

wird unverseh’ns Euro-Mir,

sie schließt euch ins Weltall,

Heil Hitler, wir danken dir!“

 

Und sie tanzen auf den Städten,

als King Kong und God-Zilla,

sie treten zu, wenn wir beten,

und brabbeln, wo Sprache war.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 17. Mai 2021, Hamburg

Für Dirk von Lowtzow

 

 

Dies ist der Hergang einer klassischen Außerirdischen-Invasion, wie viele sie aus Film, Funk und Fernsehen kennen, sowie von vielen DVD’s und Streamings. Zuerst landen sie, dann merken sie, dass sie auf der Erde nicht klarkommen, dann kidnappen sie jemanden – meistens einen Jungen, und wenn er schon erwachsen ist, dann als schöne Frau, machen ihren Wirt mit Telepathie von sich abhängig und versuchen ihm zu erklären, was er tun muss, damit sie mit ihren Raumschiffen wieder von der Erde starten können. Wenn er das nicht tut, drehen sie langsam durch und vernichten die gesamte Erde. E.T. ist eine harmlose Variante davon, die jeder kennt. Allerdings gibt es auch andere Versionen, die weniger glimpflich ausgehen. Dieses Gedicht ist aber auch noch mehr als das. Es versucht auf tocotronische Art, die Beziehung von Dirk von Lowtzow zu Tocotronics erster Managerin zu beschreiben (wie Dirk sie in seinem Buch „Im Dachsbau“ erzählt), in der ich auch eine klassische Hure-Babylon-Erzählung und Borderline-Beziehung mit Domina-Sklave-Aspekten entdecken konnte (mit aller darin enthaltenen Tragik, unter anderem den Versuch dieser Managerin, der Band, besonders Dirk, das Sanftmütige abzutrainieren, damit sie als Punkband ernst genommen werden konnte). Vielleicht ist es auch nicht wirklich gut, eine Beziehung mit seiner eigenen Managerin anzufangen. Besonders dann nicht, wenn sie beginnt, einem das eigene Wesen umzukrempeln.

 

 

Eigentlich muss man sich auch im Werk der Band Tocotronic ein bisschen auskennen, und am besten auch Dirk von Lowtzows halbbiographischen Roman „Im Dachsbau“ gelesen haben, um dieses Gedicht verstehen zu können.

 

© by Patrick Rabe, 2021

 

 

 

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