Liselotte Brand-Cerny

Der magische Tanz 17.05.2021

Der ältere Mann verlässt das Haus.
Sein Ziel? Es ist nicht weit.
Er tritt in den kühlen Morgen hinaus,
es ist die richtige Zeit.
Im Stadtpark ist ein schöner Teich,
mit vielen bunten Fischen,
der Boden ist vom Regen noch weich,
Wasser ist auf den Tischen.
Rund um den Teich ist ein Steg aus Holz,
wie schön, darüber zu gehen,
und es ist des Pflegers ganzer Stolz,
den Teich so sauber zu sehen.

Der ältere Mann betritt nun die Bohlen,
jetzt hat er andere Schuhe an,
er geht nun nicht mehr auf leisen Sohlen,
harte Noppen sind da dran.
Sein Schritt lässt nun die Bohlen schwingen,
zu vibrieren beginnt der Steg,
man sieht eine Anzahl von Wasserringen,
die Fische folgen dem Weg.
Als Kind schon war er verrückt aufs Steppen,
auch zwischen Geleisen vom Zug,
vor allem aber auf sehr langen Treppen,
er kriegte davon kaum genug.
Doch Holzbrücken sind pure Leidenschaft,
da kann er nicht widerstehen,
wo immer eine steht, es kostet ihn Kraft,
da nicht darüber zu gehen.

»Ein Geräusch! Ist heute noch jemand da
oder ging da wer vorüber?«
Er schaut herum und sieht dann ganz nah,
eine Person ihm gegenüber.
»Hallo! Guten Morgen! Ich bin Melanie!
Ich fühle den Steg vibrieren.
Ich spür' um den Teich herum viel Engergie,
es ist wie ein leichtes frieren.«
»Ach ja? Ich bin Gregor. Einen guten Morgen
natürlich auch für Sie.
Ich hoffe, Sie machen sich nicht wirklich Sorgen,
über ein bisschen Magie.«
»Ich habe ihren Tanz schon einmal erlebt,
auf der Brücke unten am Fluss,
die kleine Brücke hat da wirklich gebebt,
doch blieb ich nicht bis zum Schluss,
um nicht zu stören; dann tat es mir leid,
ich wollte Sie wiedersehen.
Sie irgendwo zu finden, brauchte viel Zeit,
doch heute ist es geschehen.«

Ohne ein Wort beginnt er seinen Tanz,
es gibt nichts mehr zu sagen,
er steppt ganz locker und mit Eleganz,
sein Gefühl scheint ihn zu tragen.
Er tanzt ihr entgegen, doch sie bleibt stehen,
sie wähnt sich in einem Traum.
In seinem Rhythmus beginnt sie zu gehen,
seine Berührung merkt sie kaum.
Mit leiser Stimme beginnt sie zu singen,
keine Worte, reine Harmonie,
er meint, vor Glück zu zerspringen,
das Gefühl hatte er noch nie.
Die Schritte, die Stimme, ein traumhafter Klang,
so müsste der Himmel sein.
Das ist wie Magie, der Tanz, der Gesang,
ein Zauber hüllt sie ein.

Vom Klang ist der Teich noch aufgewühlt,
Wasser wirbelt hin und her.
Haben die Fische das gleiche gefühlt?
Sie schwimmen verwirrt umher.
Auch Melanie und Roger sind etwas verwirrt,
Unglaubliches ist geschehen.
Das Schicksal hat sich bestimmt nicht geirrt,
Neues wird nun entstehen.

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