Rudolf Leder

zum fressen gern

affen quietschen von den ästen

schlangen züngeln zischend in ihrem reich

in der ferne probt der jaguar seinen bass

frösche knattern  keck im teich

 

in diesem gefilde haust ein kannibale

halb verhungert geht er auf beutefang

endlich fängt er einen forscher zum mahle

sein speichel läuft ihm dem hals entlang

 

ich hab’ dich mann zum fressen gern

meint er zu seinem unfreiwilligen gast

bevor ich dich fresse hast du letzten wunsch

das einzige was du noch vom leben hast

 

der arme mann wünscht sich seine tasche

flugs nimmt er daraus seinen spray hervor

zielt in die glutschaugen des kannibalen

trifft sie punktgenau als wär’s ein tor

 

der fresser erblindet heult wie ein schlosshund

er lässt den forscher ausser acht

dieser zögert gar nicht lange

und hat sich auf die flucht gemacht

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