Patrick Rabe

Maiwäldchen (mit Stellungnahme zu meinem gestrigen Text)

Maiwäldchen

 

Der warme Wind kommt, die Knospen sind an den Zweigen,

der warme Wind kommt, die Knospen sind an den Zweigen,

ich irre mich doch nicht, komm, lass uns tanzen dort im Reigen.

 

Lass uns doch vergeben, und raus in das Wäldchen geh’n,

lass uns doch vergeben, und raus in das Wäldchen geh’n,

was wir dann dort machen, muss ja kein and’rer seh’n.

 

Die Sonne macht die Herzen frei, der Atem wird geheilt,

die Sonne macht die Herzen frei, der Atem wird geheilt,

das alte Biest, es wird gezähmt, wenn man das Gute teilt.

 

Sitz bloß nicht in `nem Auto fest, wenn der Türöffner kommt,

sitz bloß nicht in `nem Auto fest, wenn der Türöffner kommt,

wenn du dann aussteigst, Lazarus, wer weiß, was dir dann frommt.

 

Ach, ich drehte und wälzte mich, hab in der Nacht geweint,

ach, ich drehte und wälzte mich, hab in der Nacht geweint,

jetzt sitz ich hier und freue mich, wie gut: die Sonne scheint.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 19. Mai, 2021, Hamburg.

 

 

 

Basierend auf dem klassischen Blues „Rollin‘ and tumblin‘“, mit ganz viel Liebe und Dank an Bob Dylan und seine Textversion von diesem Song. Seine Version ist christlich grundiert, und nimmt unter anderem Bezug auf die Stelle, in der Christus sagt: „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist, und die Blätter hervortreibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.“ Und auch auf die Stelle: „Was ihr auf Erden bindet, wird in den Himmeln gebunden sein, was ihr aber auf Erden löst, wird in den Himmeln gelöst sein.“. Das Lied, wie Bob Dylan es singt, ist getragen von dem Wunsch, sich mit seinem Schatz zu versöhnen, und sich an der Schönheit des Sommers zu erfreuen, anstatt sich gegenseitig halsstarrig und mucksch weiter gegenseitig zu grollen. Ich möchte in meiner Version natürlich auch darauf hinweisen, dass ich nach wie vor viele von den „Maskierten“, die teilweise mit verquälten Mumpfgesichtern durch diesen wunderschönen Frühsommer laufen, und nicht mal zu merken scheinen, dass sie an „Corona“ nicht sterben, sondern mit ihrer Maske eigentlich symbolisieren: „Bleib mir vom Leib, du Aussätziger!“, schon irgendwie als Verhöhnung Gottes begreife. Dennoch möchte ich unbedingt auch noch einmal auf mein gestriges Gedicht Bezug nehmen. Ich möchte mich sehr bei der farbigen Community in Deutschland entschuldigen, die das Gedicht vielleicht fälschlicherweise auf sich bezogen haben. Ich mag Farbige, liebe ihre Kultur, kenne ja auch einige und bin auf ihrer Seite. (Auch wenn ich musikalisch eher Gospel, Motown Soul oder den Songs eines Jimi Hendrix oder Lenny Kravitz nahestehe, als Z.B. Hip Hop und Rap.). Aber viele von den neuen farbigen Ex-Flüchtlingen, die jetzt in Deutschland leben, sehe ich schon als Problem, einfach, weil sie oft nicht einschätzen können, wie z.B. unsere Art des Christentums „funktioniert“, manchmal denken, man sei „besessen“, wenn man einfach nur seinen Gedanken nachhängt, oder sogar dann, wenn man betet oder an Christus denkt, und dann teilweise auch gewalttätig auf einen losgehen wollen, um den „bösen Geist“ auszutreiben. Manchmal sogar urplötzlich in der U-Bahn, auf dem Bahnsteig oder irgendwo in Wohngebieten. Selbst auf mich, der ich mich in verschiedenen christlichen Szenen gut auskenne, wirkte das nicht nur befremdlich, sondern auch höchst gefährlich. Denn wenn dir erstmal einer eine runtergehauen hat, ist der Kopf vielleicht auch kaputt oder die Nase zerdätscht. Und ich finde, nach Deutschland gehört ein solch merkwürdiger „christlicher Schamanismus“ wirklich nicht. Natürlich muss man auch verstehen, woher so etwas kommt. In den amerikanischen, evangelikalen Pfingstkirchen und deren Dependencen in Afrika ist es ja teilweise gang und gäbe, dass Farbigen unterstellt wird, sie hätten „böse Geister“, sie dann im Gottesdienst nach vorne gerufen werden, und sie von den Pastoren und Gemeindehelfern teilweise minutenlang geschlagen, geohrfeigt und getreten werden, damit diese „bösen Geister“ „ausfahren“. Das finde ich schlimm, und sehe es als Verlängerung des amerikanischen antifarbigen Rassismus des 18. Und 19. Jahrhunderts in die Gegenwart, und noch schlimmer finde ich es, dass solche „Pfingstkirchen“ auch in Deutschland Raum gegriffen haben, wo mit den Schäflein, besonders mit fremdländischen, oft ähnlich umgegangen wird. Trotzdem möchte ich aber auch sagen, dass ich an so etwas keinen Anteil habe oder je hatte, und dass die weitaus meisten Deutschen solche Attacken von Farbigen nicht mal im Mindesten einordnen können (also, dass etwas Spirituelles dahintersteckt). Möglicherweise denken einige von diesen farbigen, die oft nur wenige Worte Deutsch können, sogar, dass sie uns damit einen Gefallen tun. Man muss ihnen wirklich einmal sehr zeitnah vermitteln, dass das nicht so ist. Besonders nach teilweise ausufernden Messerattacken und mobähnlichem Herfallen über Deutsche in städtischen Parks, von denen sowohl die Hamburger Regierung, als auch die Bundesregierung der Meinung ist, dass darüber gar nicht gesprochen werden sollte, bin ich der Ansicht, dass sich der Kurs der Politik hier ändern muss, vielleicht auch der Kurs der Kirchen. Sicherlich nicht nach rechts, nicht ins menschenfeindliche oder faschistische. Aber gewiss doch einmal deutlich weg von der Tendenz, zu glauben, man könne die Bürger dieses Landes, oder die hier lebenden Ausländer beschwichtigen, indem man ihnen die Wahrheit und einzelne Sachverhalte vorenthält, und ihnen Verdrängung, Verdummung, und kuschelige heile Welt als Allheilmittel anpreist. Tatsache ist ja, dass die Lage in unserem Staat keineswegs total hoffnungslos ist, und man gezwungen wäre, in einer Tour den Kopf in den Sand zu stecken. Man muss aber auch sagen, dass es die Menschen verunsichert, und sie auch wütend macht, wenn man ihnen weder die guten, noch die schlechten Wahrheiten genau erklärt, und denkt, es würde helfen, wenn alle Leute Helene Fischer hören, und in ihren Wohnungen bleiben. Die Menschen in meinem Stadtteil zumindest, denen man immer nach Attacken von Farbigen zu erzählen versucht, es wäre gar nicht geschehen, und man wäre schon ein Rassist, wenn man so etwas nur formuliert, haben tendenziell Angst und sind wütend. Die Bestrebungen, gegen diese gewalttätigen Farbigen ebenfalls gewalttätig vorzugehen, da man ja nicht wirklich sieht, dass der Staat oder die Stadt adäquat eingreifen oder helfen könnte, kann ich verstehen. Und auch die Angst von Kindern und alten Leuten, die Parks in unserer Umgebung zu betreten. Ich denke nur, dass immer heftigere Polizeieinsätze, und der Versuch, den Bürgern die Sachlage zu verheimlichen, auch nichts bringt. Es kann nur helfen, wenn endlich einmal Kirche und Staat alle Karten offen auf den Tisch legen, und man gemeinsam beratschlagt. Jedenfalls ist an den ausflippenden Farbigen kein Coronavirus und auch per se kein Deutschenhass schuld, sondern ihre Auffassung von geistiger Lenkung durch den „Heiligen Geist“ und Geister an sich, und die Tatsache, dass sie es aus evangelikalen Gemeinden und Pfingstgemeinden seit Jahrzehnten so kennen, dass es gegen böse Geister hilft, wenn man die „Besessenen“ zusammenschlägt. Ich möchte immer noch dafür werben, dass das (auch rationale) Verständnis eines Problems mehr zur gütlichen und adäquaten Lösung beiträgt, als nur auf sein Bauchgefühl zu hören, und sich auf schlecht fundierte Halbwahrheiten zu verlassen, die teilweise in Hass und vorschnelles Handeln führen.

 

 

© by Patrick Rabe, 19. Mai, 2021, Hamburg.

 

Das Copyright bezieht sich wie immer nur auf die Tatsache, dass dieser Text mein geistiges Eigentum ist. Selbstverständlich darf er geteilt, ausgedruckt, und miteinander besprochen werden.

 

 

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