Hanns Seydel

DER TOD VON MARIE ANTOINETTE


Als Königin von Frankreich wurde sie berühmt,
von Ludwig, dem Sechzehnten, wurde sie begehrt.
Der hatte sich um sie extrem bemüht
und ahnte nicht, dass später nichts bleibt unversehrt.
Zur Nationalversammlung erklärte sich der dritte Stand,
Revolution kam dann ins ganze Land.
Marie hat dies verachtet,
die Rechte Andrer hatte sie missachtet.

Sicher war sie dem Genuss verfallen,
hatte Fehler, und zwar derer viele.
Doch ihr Ende konnte nicht gefallen,
Ermordung kann nie sein das Ziele.
Des Hochverrates wurde sie bezichtigt,
der Richter hatte dieses nicht berichtigt.
Die Todesstrafe ward verhängt
und jede Gnade eisigkalt verdrängt.

Die Enthauptung ward beschlossen,
der Königinne Blut sollt` werd` vergossen.
Der Beschluss war unanfechtbar
und unmenschlich fürwahr.
Der Henkerkarren fuhr dann vor,
der Scharfrichter hört der Menschen Chor :
"Ergriffen sind wir von dem Urteil,
es wird bewirk` das krassest` Unheil."

Ohne Mitgefühl und herzlos
denkt der Henker an den Todesstoß.
Bei Todes grausem Vorgeschmack,
da weiß man, dass der Mensch, er wird ein Wrack.
Und auf dem Wege zum Schafott,
da dachte sie an Gott.
Sie, die nie sehr gläubig war,
betete voll Inbrunst ganz und gar :

"Herrgott, meine Seele soll nicht untergehn,
nur DU kannst bestens mich verstehn !!!"
Das Volk, es war extrem erbittert,
doch der Henker, der war nie erschüttert.
Das Schafott war nun erreicht,
Henkers Herz ward nicht erweicht.
Das Blutbad jetzt beginnet,
das Fallbeil das Leb` zerstöret.

Dem Henker blickt sie ernst ins Auge,
ihm, der nicht kann die Freude sauge`.
Langsam beugt sie still ihr Haupt,
das frühe schon war reif ergraut.
Das grauenhafte Blutmetall,
erbarmunsglos in schauderhaftem Schall,
rast herunter auf des Opfers Kopf,
zerschmettert Schädel und den Kropf.

Noch schärfer als des Henkers Blutbeil
ist das Fallbeil, das raget riesig steil.
Keine Blutaxt ist so grausam
wie der Schafotte schlimmer Stamm.
Eiskalt herzlos ist der Henker,
denn das Grauen ist sein Lenker.
Mitleidlos, er läßt das Fallbeil
rasen als des Todes ärgster Keil.

Die Todesnähe ist so grausam,
dass keine Lebensfreude ist mehr stramm.
Und wie qualvoll ist die Todesstunde,
wenn verstummt des Menschens Munde.
Auf schlimmste Art ward sie ermordet,
das Grauen hatte dies gefordert.
In einem Massengrab, da wurde sie verscharrt,
doch die Erinnerung an sie, stetig sie verharrt !




( E N D E )
Hanns SEYDEL, 24.05.2021 - 26.05.2021
( Werk 265 )





 

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