Anschi Wiegand

Der Wasserschaden


Sommerurlaub 2018

Es ist nun so etwa drei Jahre jetzt her
wir waren im Urlaub am schönen Meer
gerade zwei Tage, Erholung begann -
da riefen uns abends die Nachbarn dort an...

Wir hatten bei Tag kaum aufs Handy geschaut
zurück in der Wohnung da tönte es laut
und massenhaft Nachrichten die uns entgangen -
wir riefen zurück schnell mit heftigem Bangen...

Es klang gar nicht gut was uns wurde berichtet:
ein geplatzter Boiler hatte heftig vernichtet
und Küche samt Esszimmer gleich einem See -
die Vorstellung tat in der Seele uns weh...

Und auch unser Keller sei rundherum nass
das hörte sich schlimm an und war gar kein Spaß.
Die Nachbarn mit Freunden warn fleißig gewesen
und hatten gewütet mit Pumpe und Besen...

Wir packten die Koffer am Urlaubsort
und fuhren am gleichen Abend noch fort
mit bangen Gefühlen und eisernem Willen
um unsere offenen Fragen zu stillen...

Drei Tage hatten wir dann heftig zu schaffen
Versicherungskram und noch die Böden raus raffen.
Auf Trockengeräte mussten wir lange warten -
so beschlossen wir, nochmal nach Norden zu starten...

So kamen zu Pfingsten wir ein zweites Mal an
auf Nordstrand – und erneut unser Urlaub begann.
Wir genossen die Woche viel mehr als erwartet
grad weil dieser Urlaub ganz anders geartet...

Daheim bauten wir dann eine „Küche“ im Hof
der zum Glück überdacht ist, sonst wär das auch doof.
Der Trockner kam erst, als wir lang schon zuhaus
es dauerte lang noch, bis vorbei war der Graus...

Bis die Handwerker kamen und es langsam ward schön
hatten wir mehr als drei Monate zu überstehn.
Doch wir woll'n nicht klagen, es hätt' kommen schlimmer
denn wie heißt es so schön: schlimmer geht immer...

Manch Handwerkerarbeit war jedoch nicht genehm -
den Fliesenleger woll'n wir nie wieder hier sehn.
Der ließ seinen Pfusch sich nicht schlecht noch bezahlen
und war von den Handwerkern der schlimmste von allen...

Doch irgendwann war tatsächlich dann alles getan
es stand nur noch der Einbau der Küche jetzt an.
Am Tag, als sie kam, hielt mein Mann sich den Bauch -
ich fuhr ihn dann zur Klinik – sie behielten ihn auch...

Als er dann nach fünf Tagen ohne Blinddarm zurück
war die Küche schon fertig – was für ein Glück.
So manches lag brach dann, er durft' nicht schwer heben,
doch das nahmen entspannt wir – denn so ist halt das Leben...

Noch heut nach drei Jahren ist manches zu räumen
es gab so viel Wichtigeres nicht zu versäumen.
Prioritäten sind alltäglich neu stets zu setzen -
doch lassen wir uns nicht durchs Leben hetzen...


© Anschi 30.5.2021

 

Obwohl das schon 3 Jahre her ist, ist vieles mir noch sehr präsent. Vor allem auch der Tag selbst... es war der zweite Urlaubstag nach der Anreise, ich saß morgens mit meinem Kaffee richtig entspannt am Balkon der Ferienwohnung mit Blick in die Weite und hatte nach ewiger Zeit mal wieder Lust, zu schreiben und meine Gedanken in ein Buch zu schreiben... es war ein total schöner Urlaubstag... wir waren bei den Alpakas und besuchten noch Verwandte am Festland - und abends dann der Schock am Telefon... und die nächtliche Rückreise von über 700 km... Mein Mann musste fast die ganze Strecke alleine fahren, weil ich nachts Probleme beim Autofahren habe.
Was mein Glück war: ich hatte kurz vorher eine Kortison-Stoßtherapie gemacht wegen meiner Gelenkschmerzen, die gerade gut anschlug. Nur dadurch war es mir möglich, die körperlichen Anstrengungen, die dann folgten, auch zu bewältigen... Küche, Esszimmer und Keller mussten ausgeräumt werden, die Möbel im Hof und den ehemaligen Kinderzimmern verteilt werden - die alte Küche abgebaut, die Böden raus gemacht werden. Fliesen und Laminat aussuchen, mit der Versicherung und den Handwerkern sich absprechen...
Aber das alles hatte auch Gutes. Küche und Esszimmer wollten wir lange schon streichen, das Treppenhaus wurde gleich mit gestrichen. Und die Küche, die wir mit dem Hauskauf damals schon übernommen hatten, wurde dann durch eine neue Küche ersetzt, die ganz nach unserem Geschmack gestaltet wurde (sofern es in unseren Etat passte)...
Vor dem Urlaub hatte ich öfter gedacht: "menno, wir bräuchten mal einen Ansporn, die Wände zu streichen..." - allerdings hatte ich mir das mit dem Ansporn weniger radikal vorgestellt...*lach*
Anschi Wiegand, Anmerkung zum Gedicht

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