Patrick Rabe

Die mayaaaaaaaaaasche Brüggeeeeeeeeee

Die mayaaaaaaaaaasche Brüggeeeeeeeeee

 

(Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert nach 20 Bier)

 

Als ich gestern die meyer’sche Brücke querte,

sah ich, dass sie nicht zerbrochen war.

Ich hatte sie gequert.

Nicht gequeert.

 

Berauscht von all der völlig natürlichen Subtropik

holte ich meinen Dödel raus

und begattete den Grenzzaun, der ins Bundeswehr-Übungsgebiet führt,

wo Außerirdische meinen Freund Blaselius Zwabbelmann

mit einem Supersaugstrahl ins Weltall hochgerissen hatten,

um ihn vor den pädophilen Hunden zu beschützen,

die gerade auf diesem Weg entlangliefen,

um über die meyer’sch Brücke

zur meyer’schen Mühle zu gelangen,

wo die frische, von den Nazis gesponserte Müllermilch gemahlen wird.

 

Als diese beiden Hunde mit ihren Metallstiefeln über die Brücke rannten,

und sich fragten, wo die linksradikale Drecksau geblieben war, die sie hatten beißen wollen,

brach die meyer’sche Mühle unter ihrem Gewicht zusammen.

 

Das bekannte, gleichnamige Kinderlied machte nun zum ersten Mal richtigen Sinn.

 

Und Familie Meyer fiel endlich auf,

 dass hinter dem Zaun vor ihrem Haus

schon lange kein Bundeswehr-Testgebiet mehr war.

 

Sie wechselten das Schild

gegen ein „Vorübergehender Brückenschaden“-Schild

und ein „Hunde mit Metallstiefeln Verboten-Schild“ aus.

 

Da kamen ihr Neffe Blaselius und seine Freunde ALF und ET

endlich aus ihrer außerirdischen Parallelwelt zurück.

 

Sogar ich wagte mich wieder hinter dem Baum hervor,

hinter dem ich gestanden hatte,

um dort meine sexgeile, dreijahrige Uroma zu missbrauchen.

 

Mit einem lauten Knall fiel der Grenzzaun um,

und die NASA fuhr mit riesigen Panzern durch den Wald,

um Elliott, Gertie und Stephen King

 vor den Aliens aus H.R. Gigers Gehirn zu beschützen,

und ihnen mitzuteilen, dass es sich bei ihnen

um Es, Ich, Überich und Jack Torrance

 im Nebel des Atomversuchs der Militärgorillas vor dem Supermarkt handelt,

die zu viert im Trio ihre Rollen als Gott, Jesus und Heiliger Geist

für ein Remake von Mel Gibsons berühmtem Film „Zahnpastareklame“ einüben,

 mit der religiösen Fanatikerin, die eine Runde länger überlebt, als Zugabengimmick.

 

Natürlich auch um die Übermenschen und die Übungsmenschen,

die Hausaufgaben in Schulen überwachen,

sowie um halbfertige Androidenmenschen-Prototypen, die Müllmänner ersetzen sollen.

 

Da kam eine halbfertig geklonte Ellen Ripley aus dem Wald gelaufen,

und ballerte wahllos alle um.

 

Zurück blieben Psychologen und Chaostheoretiker, die Dinosauriern erklären wollten, dass das Auffressen von Menschen einen Straftatbestand erfüllt,

 

einen zwangskranken, hypochondrierenden Allergiker, der laut schrie:

 

„Ich vertrage das Wort ‚Bestand‘ nicht!!!“,

 

und Kinder, die „Die meyer’sche Brücke“ sangen.

 

Genau deswegen mag ich Sex lieber ungeschützt.

 

 

© by Patrick Rabe, 7. Juni 2021, Hamburg.

Hintergrund zu diesem Gedicht: Das deutsche Kinderlied "Die meyer'sche Brücke, die meyer'sche Brücke, die ist so sehr zerbrochen.". Dazu gehört ein Kinderringelreihenspiel, das ich noch in Kindergarten und Vorschule gespielt und gelernt habe (Ich bin 1976 geboren). Das Lied handelt von einer Meierei (früher "Meyerei"), also einer Milchfabrik (eine Fabrik, wo Milch einer bestimmten Marke abgefüllt wird.), bei der man die Zugangsbrücke für die die Milch anliefernden Bauern im Zuge der Revolution von 1848 zersägt hatte. In dem Ringelreihenspiel muss man unter einer von zwei Kindern mit gefalteten Händen gebildeten Brücke durchlaufen, bis diese sich entschließen, die "Brücke" zusammenbrechen zu lassen. Das Kind, dass unter der "zusammenbrechenden Brücke" begraben wird, wird von den anderen Kindern "gefangen", und ist "raus" (aus dem Spiel geflogen).  Nicht weit von meiner Wohnung entfernt, befindet sich die Privatbrücke der reichen Familie Meyer. An derselben Stelle, wo heute ihre kleine Villa und ihre Privatbrücke sind, befand sich früher eine Mühle, und die zur Mühle gehörige Brücke. Die Privatbrücke der Meyers musste schon vor rund 40 Jahren von ihnen wieder zur öffentlichen brücke erklärt werden, weil sie an einem Weg liegt, über den jeder gehen können muss, der von einer Seite unserres Stadtteils in den anderen will. Unter anderem deswegen, weil unter dieser Brücke der für den Stadtteil wichtige Bornbach hindurchfließt. Vor diesem Hintergrund ist mein Gedicht zu sehen. Ich möchte damit nicht die meyers diskriminieren, wenn sie aber über dieses gedicht nicht lachen können, dann lasse ich mich auch gerne mal wieder verhaften. Wenn ich dann aber wieder aus dem Knast raus bin, sprenge ich diese unnötige Privatbrücke dann in die Luft, und den Zaun zum nicht mehr existierenden Bundeswehrgelände auch. Sorry, ihr dummen Spießer. Die "mayaaaaasche Brücke" habe ich dieses Gedicht genannt, wegen der Sache mit dem 2012 abgelaufenen Maya-Kalender und dem damals angeblich stattgefundenen Weltuntergang.

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