Horst Werner Bracker

Du fragst, - ob ich das Leben liebe, das dich so verbittert h

 

 Du fragst, - ob ich das Leben liebe,
das dich so verbittert hat?
 
(I)
 
Prosa
 
Wenn wir den Mutterschoß entwachsen,
und die wohlige Wärme, die uns neun Monate umgab,
vermissen, sind wir ge­zwungen zu leben. Denn mit der Zeugung,
mit der Geburt wird uns der zwanghafte Wille zu Leben impliziert.
Dass fordernde schreien des Säuglings nach der Mutter.
ist nichts anderes als der zwanghafte Wille zu leben.
 Seinen Instinkten gehorchend, sucht es die Mutter.
Nur bei ihr findet es, was es zum Leben braucht:
Nahrung, Wärme, und Zuneigung. Von ihr lernt es in kleinen Schritten,
die ersten, wichtigen Lektionen, um im Le­ben bestehen zu können.
Unser ganzes Leben lang, von der Wiege bis zum Tode,
sind wir damit, beschäftige unseren Körper am Leben zu erhalten.
Wir pflegen ihn und achten akribisch darauf, dass es ihn an nichts mangelt.
Essen, Trinken, die tägliche Körperpflege, der Schlaf, die passende Kleidung,
der Schutz vor Krankheiten und Invalidität ist Ausdruck dieser Bemühungen.
Unsere Sinne registrieren jede Unregelmäßigkeit unseres Befindens.
Jede Ab­weichung unserer körperlichen Funktionali­tät beunruhigt uns aufs tiefste
und löst Befürchtungen in uns aus.
Wir beginnen nach den Ursachen unserer Befindlichkeit Störung zu Forschen
und bemühen in hartnäckigen Fällen den Arzt.
Denn wir sind in unseren Körper gefangen.
Er ist die Hülle, in der wir wohnen.
Unsere Sinne sind die Informationsträger unse­res Seins.
Sie belegen unsere Existenz. Machen uns existent.
Vergleichbar mit einem Autofahrer,
der mit seinen Sinnen das Auto durch alle Gefahren lenkt.
Er schaut beobachtend aus dem Fond,
hört die Geräusche des Motors und die Signale der anderen Verkehrsteilneh­mer.
Sein Gefühl lässt ihn die Geschwin­digkeit spüren.
Er sitzt wie wir in einem räumlichen Körper
und ist auf die Funktionalität seines Gefährts angewiesen.
Er pflegt sein Vehikel und lässt es reparieren,
wenn es einen Defekt auf­weist.
Wir schauen durch die Augen und kommunizieren mit der Außenwelt,
hören mit unseren Ohren, riechen mit unserer Nase,
schmecken mit unserem Mund und fühlen mit unserer Haut.
Unser Körper unterliegt den Gesetzen der Endlichkeit.
Er ist verwundbar und wird von einer Vielzahl von Krankheiten bedroht.
Doch dank der Fortschritte in der modernen Medizin,
werden die Menschen immer älter.
Gegen die natürlichen Alterungsprozesse des menschlichen Körpers,
kann auch die moderne Medizin nichts ausrichten.
Bei jeder Ejakulation des Mannes werden Millionen Sper­men freigesetzt.
Sie alle haben nur ein Ziel, sich mit der weibli­chen Eizelle zu verschmelzen.
In der Regel wird es nur einer einzigen gelingen.
Einer Einzigen von Millionen. Das heißt, 99,9 Prozent aller Spermen,
werden ihr Ziel nicht erreichen. Sie werden zugrunde gehen.
Offensichtlich bedeutet das, dass es äußerst schwierig
ist sich mit einer weiblichen Eizelle zu vereinenund dadurch zu einem Körper zu kommen. 
  Überlebenswillens des organischen Lebens be­gründet. 
                                                                                         
Wer sich einen Körper erobert hat, will ihn nicht so einfach wieder hergeben.
Das gilt gleichermaßen für den Menschen,
der Tier- und der Pflanzenwelt es stellt sich die Frage,
worin liegt das Geheimnis des Lebens?
Warum hängen wir so sehr am Leben? Warum fürchten wir uns vor dem Tod?
Was aber macht den Menschen aus?
Geist, Körper sagen die einen. Seele und Körper die Anderen.
Wir sind - Ma­terie und Schöpfergeist.
Denn das unvorstellbar große All be­steht aus Materie und Schöpfergeist.
Man könnte auch sagen: Materie und Antimaterie. Wir sind beseelte Materie.
Nach un­serem Tod kehren wir zurück und werden wieder einst mit dem,
der über allem steht: Dem Schöpfergeist.
Unser Körper ist aus Erde gemacht. Er unterliegt den Geset­zen der Materie.
Er ist Chemie und Physik. Komplexe Oxidation Prozesse halten ihn am Leben.
 Sie sind der Motor allen or­ganischen Lebens.
Die Zeit ist ein wichtiger Faktor in unserem Leben.
Sie ge­horcht den Gesetzen der Endlichkeit. Sie ist der Anfang und das Ende allen Seins.
Sie beginnt mit der Geburt eines Indivi­duums und endet mit dessen Tod.
Jedes Individuum, jedes Ding hat seine individuelle, programmierte Lebenszeit.
Diese Lebenszeit ist unser kostbarstes Gut, wir sollten sie nutzen und nicht sinnlos vergeuden,
denn sie ist das Einzige was uns auf dieser Erde wirklich gehört.
Das Zeitgefühl variiert im Laufe unseres Lebens,
ein zwanzig Jahre alter Mensch hat ein anderes Zeitgefühl,
als einen sechzig Jahre alten Menschen.
Die Relation ist, setzt man eine Lebenserwartung von fünfundsiebzig Jahren voraus,
zwanzig Plus fünfundfünfzig. Das ist eine lange Zeit. Mehr als ein halbes Jahrhundert!
Bei einen sechzigjährigen hingegen sechzig Plus fünfzehn.
Hier ist der Zeitzenit schon weit überschritten.
Der verbleibende Rest überschaubar.
 Das Zeitgefühl relativiert sich also im Laufe des Lebens.
Es ist ein Privileg der Jugend, das Alter zu ignorieren. Das Alter aber kann sich diese
Ignoranz nicht erlauben. Wir sollten nicht vergessen:
Unsere Lebenszeit können wir nicht beliebig verlängern.
Ob wir uns an ein langes Leben in Gesundheit und Vitalität erfreuen können,
hängt von vielen Faktoren ab. Eine herausra­gende Rolle spielen dabei die Erbanlagen, -
die Gene. Sie sind das Erbgut unserer Eltern
und müssen als schicksalhaft hinge­nommen werden.
Die Gene, bestimmen nicht nur unsere körperlichen Merkmale,
sie sind auch für viele körperliche Gebrechen und Krankheiten ver­antwortlich.
Die Gene sind Programm. In ihnen sind das Werden und Vergehen
eines Individuums gespeichert. In zeitlichen Zyklen ist alles festgelegt.
Wir können sie nicht ändern.
Ein weiterer, nicht minder wichtiger Faktor in unserem Leben
ist die mittelbare und unmittelbare Umwelt,
in der ein Mensch aufwächst und lebt.
Auch sie hält eine Vielzahl an Risiken für das Leben bereit.
Wunder gibt es in unserer heutigen Zeit nicht mehr, sagen die Menschen.
Doch ist es nicht verwunderlich,
dass nicht weitaus mehr Menschen in dieser technisierten Welt,
(allein auf Deutschlands Straßen über achtzig Millionen Autos) sterben?
Ist es nicht ein Wunder, wenn Menschen in einer Großstadt.
achtzig oder gar neunzig Jahre alt werden?
Es gibt in unserer heutigen Zeit weit mehr Wunder, als die,
die in der Antike, der Bibel und anderen Berichten beschrieben wurden.
Diese Berichte über Wunder und geheimnisvollen Erscheinungen
sind zum größten Teil aus Mythen,
aus Aberglauben und Unwissenheit der Menschen entstanden…
 
E Storie
15.06.2021
 
*
Literatur: E.Fromm
 

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"Schmetterlinge im Kopf und Bauch" ist mein holpriger lyrischer Erstversuch. Mit Sicherheit merkt man, dass es keine Lektorin gab, wie übrigens auch bei den anderen beiden Büchern nicht. Ungeordnet sind viele Gedichte, Gedankenansätze, Kurzgeschichten chaotisch vermengt veröffentlicht worden. Ich würde heute selbstkritisch sagen, ein Poet im Aufbruch. Im Selbstverlag gedruckt lagern noch einige Exemplare bei mir. Oft schau in ein wenig schmunzelnd in dieses Buch. Welche Lust am Schreiben von spontanen Gedanken ist zu spüren. Ich würde sagen, ein Chaot lässt grüßen.

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