Patrick Rabe

Leaving Las Vegas (für Andreas Vierk)

Leaving Las Vegas

 

Buntbetupft die Au der Wiesen,

leise fließt der Fluss,

in der Ferne stöhnen Riesen,

in der Asche sterben Ziesen,

wenn ich gehen muss.

 

Dichter fand sein Bett im Dunkeln,

Seher fand das Land,

wo die gold’nen Sterne funkeln,

nachts am Kai die Kähne munkeln,

an der Liebsten Hand.

 

Tief in ihre Augen schauen,

in die Brüste sinken,

und im Dunst der Sommerauen

sich verlieren dort im Blauen,

und in ihr ertrinken.

 

Seher in der Wüstenei,

Babylons Kaschemme,

Dichter aber ist schon frei,

fand im Schmutz Kolumbus‘ Ei,

Lämmer in der Schwemme.

 

Fand den Untergang, das Leben,

Ich und Selbst und Es,

Wesen in den Spinnenweben,

die als Engel sich erheben,

nach Los Angeles.

 

Und der Dichter hält die Hand,

wenn der Seher ringt,

wenn ihm birst Herz und Verstand,

weil er hier nicht Heimat fand,

doch der Dichter singt.

 

Und es loben Tauben, Spatzen,

Rotkehlchen mit Schall

müde Körper auf Matratzen,

und die trunk’nen, flieh’nden Katzen,

jene, die an Rinden kratzen,

und den süßen Harz  wegschmatzen:
Lerche, Nachtigall.

 

 

Las Vegas=Die Wiesenauen am Fluss

Los Angeles=Die Engel

 

Mein Gedicht spielt natürlich auf den gleichnamigen Film mit Nicholas Cage und Elisabeth Shue an, ist aber auch Andreas Vierk gewidmet, und dessen wunderbarem neuen Gedichtband „Taumellyrik“.

 

23. Juni 2021, Hamburg, einen Tag nach Mittsommer.

© by Patrick Rabe, 23. Juni 2021, Hamburg.

 

„Entweder man verlässt das Auenland, oder man holt sich die Elben dorthin“, sagte Gandalf zu Bilbo und nahm einen tiefen Zug von seinem Pfeifenkraut. „Ich wäre für beides.“, sagte Bilbo. Gandalf seufzte tief. „Typisch.“, sagte er, und blies einen Rauchring aus seiner Pfeife, der über ihnen, im morgendlichen Blau, zu einer wunderschönen, goldenen Stadt wurde.

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