Hanns Seydel

DIE TODESNACHRICHT

" Besinnungraubend, herzbetörend
Schallt der Erinnyen Gesang.
Er schallt, des Hörers Mark verzehrend,
Und duldet nicht der Leier Klang. "
( aus Schillers "Kraniche des Ibykus" )




Leidenschaft den Menschen prägt,
doch der Tod die Lebenskraft zersägt.
Brennend brandend ist der Schmerz,
verbrannt ist des Lebens flammend` Kerz`.
Noch ist Hoffnung für den Todgeweihten,
dass er in ei`m spätren Jahre stirbt.
Arzt und Ärztin und der Glaube könn` bereiten
jenen Trost, der nie und nimmer je verdirbt.

Doch rasend schneller als erwartet
schlägt das Schicksal grausam zu.
Das Verhängnis, es ist schlimm geartet,
vorbei ist alles Frühre dann im Nu.
Festgestellt des Kranken Tode,
erfahret man dies tief ergriff`.
Der Trauerkleidung schwarze Mode
hat ein` ergreifend bittren Schliff.

Die Traurigkeit, sie nimmt kein Ende,
wenn die Seelenqual nimmt überhand.
Nicht mehr eifrig sind die Hände,
der Frohsinn ist dann unbekannt.
In die Zeitung wird der Fall gesetzt,
auch wenn der Raum dort ist begrenzt.
Doch gelesen werden alle Zeilen,
aber von der Trauer könn` sie nicht befreien.

Und mitfühlend sind die Leute,
die fern sind jener Meute,
die oberflächlich kennt nicht Mitleid
und sucht nur bösen Streit.
Im Reigen stehet die Familie,
wenn unerwartet schnell
schon in des Tages aller Frühe
die Todesnachricht kommet grell.

Des Todes Stachel stets herb störet,
denn nicht mehr Irdisches betöret.
Jedes Glück ist dort gestorben,
allein der ewge Friede wird geboren.
Endlos ist der Tränen weiter Fluss,
der verhindert jeder Freud` Erguss.
Die Todesnachricht wirket innerlich
und die Nachwirkung ist bitterlich.

Erschüttert wie der Erde Beben
ist der Mensch im bittren Leid.
Vorbei ist das geschäftge Treiben,
seelisch wirkt nur Einsamkeit.
Noch wirkt die Todesnachricht bitter nach,
frühres Schöne, es liegt herbest brach.
Und zur Leichenhalle geht es hin,
das ist der Gläubgen heilger Sinn.

Gedanklich bei der Todesnachricht,
das Erbauliche, es kennet nicht
die tief ergriffne traurge Seele,
wenn sie fühlt des Schicksals stärkste Schwere.
Jede Todesnachricht, die ist niederschmetternd,
da ist keine Hoffnung mehr erfreulich rettend.
Die Mitteilung vom Todesfall ergreifet tief,
man weiß, den Toten die ewge Heimat rief.




( E N D E )
Hanns SEYDEL, 02.07.2021
( Werk 275 )


" Was tun ? spricht Zeus, die Welt ist weggegeben,
Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.
Willst Du in meinem Himmel mit mir leben -
So oft Du kommst, er soll dir offen sein. "
( Ende von Schillers "Die Teilung der Erde" )



 

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