Michael Reißig

Strangulierte Lebensträume

Wenn die Gefühle stets auf Bergeshöhen tanzen
Und allzu oft in dickem Dschungel sich  verschanzen
Verwischt obskurer Schleierwelt zertret'ne Spuren
Manch' Lobgesang beschrillt die Zeit  gedämpfter Touren

Die gelebten Träume warfen ab manch' Bumerang
Schlägt er ein in wundem Punkt schreckt dies Gesichter lang
Wer von Kindesbeinen an den schweren Rucksack trägt
Fern von Gnade zu den Glitzerwelten sich durchschlägt

Da Dauermobbing Lebensträume strangulierte
Woran die Loserbande sich niemals genierte
Durchschlägt ein Funkenmeer die nahen Zellenwände
Gedöns aus Mut und Zweifel spricht in Herzen Bände

Führt ein einst gedrung'nes Haupt ganz plötzlich mal Regie
Fegt dies davon, die selbst gepries'ne Philosophie
Die Belletage's berieseln stetig hohe Töne
Verschreckt vom Rufe ferne Töchter und auch Söhne

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Den Wind jagen: Haiku von Heike Gewi



Alle Haiku-Gedichte in "Den Wind jagen" von Heike Gewi sind im Zeitraum von Januar 2008 bis 2012 entstanden und, bis auf einige Ausnahmen, als Beiträge zur World Kigo Database zu verstehen. Betreiberin dieser ungewöhnlichen Datenbank ist Frau Gabi Greve. Mit ihrer Anleitung konnte das Jemen-Saijiki (Yemen-Saijiki) systematisch nach Jahreszeitworten für Bildungszwecke erstellt werden. Dieses Jahr, 2013, hat die Autorin die Beiträge ins Deutsche übersetzt, zusammengefasst und in Buchform gebracht. Bei den Übersetzungsarbeiten hat die Autorin Einheimische befragt und dabei kuriose Antworten wie "Blaue Blume – Gelber Vogel." erhalten. "Den Wind jagen" heißt auch, Dinge zu entdecken, die sich hoffentlich nie ändern. Ein fast unmögliches Unterfangen und doch gelingt es diesen Haikus Momente und zeitlose Gedanken in wenigen Worten einzufangen und nun in dieser Übersetzung auch für deutschsprachige Leser zugänglich zu machen.

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