Igo Dieter

Leid....

 

Weiße Laken, ein verchromtes Bettgestell,
saubere Böden, der Raum temperiert und nicht zu hell,
weiße Wände, Desinfektionsgeruch,
leises Gemurmel, wieder Besuch….

Im Bett ein Kind, ohne Haare,
trauriger Blick, trotz der wenigen Jahre,
die das Kind auf Besuch im Diesseits war,
doch die Stimme ist kindlich hell und klar.

Die Mutter am Bett hält die Kindeshand,
Schatten an der gegenüberliegenden Wand,
stille ist um Ihnen her,
der Atem des Kindes geht sehr schwer.

Mutter, warum weinst Du jetzt?
Hast Du weh, oder hast Du Dich verletzt?
Ich war doch stets artig und brav,
denn meistens ich doch nur schlaf;

Das Kind, obwohl es so müde war,
die heimlichen Tränen der Mutter sah,
und sich sorgte um sein Mütterlein,
obwohl er selbst Schmerzen und noch so klein.

Die Mutter erfuhr vom Arzt zuvor,
es gewinnt im Kind der bösartige Tumor.
Sie haben den Kampf verloren….,
ihr wurde kalt als wär sie erfroren.

Das Kind im Bett war dem Tode geweiht,
abgelaufen war dessen Zeit,
die Lebensuhr ging dem Ende zu,
es erwartete ihn die ewige Ruh.

Mutter, muss ich nun sterben und gehen?
Werde ich Dich und Papa dann nie mehr sehn?
Kann ich dann nie mehr mit meiner Katze spielen,
und mit meinem Spielzeug, den vielen?

Nun auch ihm die Tränen über die Wangen laufen,
und er fängt  leise an zu schnaufen,
er sieht die Mutter fragend an,
und beiden wird nun Angst und bang.

Die Mutter drückt leicht seine Hand,
ihr Blick gleitet hin zur Wand,
dorthin, wo sich ein Kreuz befindet,
während  sie durch die Tränen leicht erblindet.

Mein Kind, es gäbe noch  so vieles zu sagen,
soviel wäre noch zu machen, und zu ertragen,
so vieles gäbe es noch zu entdecken und zu tun,
doch Du musst Dich nun einmal ausruhen.

Der Vater im Himmel, mit den vielen Namen,
erbarmt sich – so sagt – man, den Armen,
er sendet Dir einen Engel um Dich zu leiten,
er begleitet Dich zu allen Zeiten.

Wir alle müssen einmal von hier gehen,
dann erst  werden wir alles verstehen,
erst dann werden wir Frieden erfahren,
und wissen warum wir auf Erden waren.

Wir kehren heim in den ewigen Garten, und es wird hell,
hören wunderschöne Melodien und es geht ganz schnell,
da bist Du bei jenen die vor uns gingen,
und sie werden Dich in Liebe und Freude umringen.

Dort wartest Du nur ganz kurz auf mich,
und wir sind wieder zusammen – ganz sicherlich,
dann werden wir alles tun und machen,
spielen, laufen und auch lachen,
alle Dinge machen welche uns auf Erden nicht möglich waren,
in den bisher so wenigen, schweren Jahren.
Wir, Papa, Du und ich  werden uns wiedersehen,
und nicht mehr auseinandergehen.

Doch bevor die letzten Worte waren geflossen,
hatte er in diesem Leben die Augen für immer geschlossen,
ohne Schmerz ging er in das Jenseits heim,
nun war die Mutter ganz allein.

Der Vater stürmte zur Tür herein,
er wollte doch auch bei seinem Kinde sein,
zu spät kam er zum Abschied nehmen,
die Erkenntnis tat ihn lähmen…

Sie gingen, nach den Formalitäten, heim,
stiegen in das Auto ein,
fuhren los  - ohne Worte und ohne Hast,
scheinbar ruhig und gefasst.

Am nächsten Tag war in der Zeitung zu lesen,
es war ein tragischer  Unfall gewesen,
ohne erkennbare Schuld und scheinbar ohne Grund,
stürzte ein Wagen in den Abgrund.

Die Eltern, die zuvor einen Verlust erlitten,
die Grenze zum Abgrund mit dem Auto überschritten,
sie stürzten in den schnellen  Tod,
und verkürzten auch damit ihre seelische Not.

Im Jenseits sind sie nun vereint,
niemand um den Anderen weint,
sie sind dort zusammen,  in Freude und Glück,
und blicken nicht mehr auf die Vergangeheit zurück.

Und wenn man leise ist und still,
hörst Du sie Lachen, bei Scherz und Spiel.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.07.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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