Dieter Kamensek

Des Lebens Lauf

Hast Du wirklich einmal in Ruhe bedacht,
was Du aus dem Großteil deines Lebens gemacht?
Hast Du dein Leben bis heute resümiert,
und damit auch die Verantwortung gespürt,
die Du unausgesprochen mit Dir trägst?

Alles Geld der Welt kann keine vergangene Sekunde kaufen,
du kannst den gemachten Fehlern nicht entlaufen,
du kannst Geschehen nicht ungeschehen machen,
so bleibt oft nur die Selbstlüge und andere, solcher Sachen,
und hast Du vor, dass Du dich weiter so durch’s Leben schlägst?

Das Leben, geschenkt, eine wahrlich kostbare Gabe,
dass wie eine Fahrkarte, von Geburt bis zum Grabe,
dich mitnimmt auf deine individuelle Reise,
auf die unbekannt verlaufenden Gleise,
ganz ohne Netz oder Sicherung

Du wirst geboren, ohne Dein aktives Tun, von anderen bestimmt,
damit Dein eigener Lebenslauf nun auf dieser Welt beginnt.
Niemand kann Dir jetzt schon weisen oder sagen,
was einst du wirst machen, tun, oder ertragen,
beginnt es mit einem Schwung, in die Erdenwanderung

Vieles musst Du lernen, vieles erst verstehen,
willst Du durch das Leben gehen,
Warum der Lauf so ist, kann ich nicht einmal erahnen,
warum es läuft auf so umständlichen Bahnen?
Vieles bleibt uns stets verborgen


Geburt, Liegen, Laufen lernen,
sprechen, essen, Windel entfernen,
Kindergarten, spielen, Schule gar,
wir sind bereits im sechsten Jahr,
Hobbys gibt’s dazu und weiter nun,
es ist vieles noch zu tun.
Gymnasium, Sport und mehr,
belasten Deinen Zeitplan schwer,
Matura und das andere Geschlecht,
und schon weiß man nicht so recht,
aufgrund der vielen Hormone,
wer in dem Köper wirklich wohne.
Engel oder Teufel, ist die Frage,
doch so geht es weiter bis zur Bahre.
Wir sind schon nach achtzehn Jahr,
und weiter geht es wunderbar.
Studium und Partnerschaft,
langsam es den Besten schafft,
Quereleien da und dort,
und so manches Jahr gleich fort,
der Studienerfolg so olala,
der erhobene Zeigefinger ist bald da.
Manchmal als Student noch jobben,
manchmal noch die Eltern foppen
Die Anstrengung wird intensiviert,
weil es nun schon enger wird.
Endlich auch das Studium geschafft,
mit aller Müh und aller Kraft,
Wir sind schon nach fünfundzwanzig Jahr,
bisher aber es noch lustig war.
doch nun die Arbeit,
geregelt und normiert,
weil es so erwartet wird.
Tag aus, Tag ein, nur unterbrochen,
durch Urlaub, oder krank, oder wenn zu viel gesoffen,
Geheiratet wird – so die Regel,
mit viel Pomp und erhöhten Alkopegel,
Der eine rauf auf die Karriereleiter,
der andere stets nur zweiter,
Kinder kommen auch ganz klar,
die Übung dazu noch lustig war,
Heim und Haus stehen an,
ob man sich das wohl leisten kann?
Frau und Mann bei der Arbeit nun,
immerfort, ohne zu ruhn,
das Kind bei Omama,
steht nun ohne die Eltern da.
Wir sind nun jenseits der dreißig Jahr,
und weil es scheint, dass alles klar,
kommt nun so viel daher,
und das Leben wird so schwer.
Der Partner will sich verwirklichen,
und geht den Weg des verbindlichen,
die Kinder strengen ordentlich an –
wie es auch die Eltern einst getan,
Midlifecrisis, versäumte Chancen,
Essen gehen und auch tanzen,
Vieles wird nun nachgeholt,
was man was man immer tun schon wollt,
ein letztes Aufbegehren noch,
denn es wartet bereits doch,
das Ausgedinge und der Ruhestand,
man nimmt nun das Leben wieder in die Hand,
es wird gelaufen und sich bewegt,
bis dass sich der Körper es nicht mehr erträgt.
Wir sind schon nach den sechzig Jahren,
man sollte die Kräfte nun sparen,
aber der  zweite Frühling ist angebrochen,
geflirtet wird und in den Popo gekrochen,
alles wird versucht und unternommen,
wenn auch in die Jahre gekommen,
ein kleiner Erfolg wäre gerade recht,
sonst wäre es für das Ego schlecht.
Enkel sind schon zahlreich da,
was wohl auch zu erwarten war.
Nun siehst Du Dich um,
und es wirklich auch zu dumm,
denn Du kannst nicht mehr,
und kommst nun nicht mehr hinterher,
denn Du bist nun alt und grau,
vielleicht auch weise und auch schlau,
aber, vorbei ist der eigentliche Lebenslauf,
drum raste und verschnauf,
stell Dir nur die eine Frage,
bevor Du liegst auf der Bahre,
war das Leben schön für mich,
und war es auch so für dich?
Wird irgendjemand um Mich weinen,
zählt mich jemand zu den Seinen?
Oder bin ich, ohne Träne, ohne Wort,
auf einmal fort?

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.07.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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