Hanns Seydel

DAS VERHÄNGNIS DES RASPUTIN

" Und den Mordstahl seh ich blinken
Und das Mörderauge glühn;
Nicht zur Rechten, nicht zur Linken
Kann ich vor dem Schrecknis fliehn. "
( aus Schillers "Kassandra" )

( Über Rasputin gab es viele Spekulationen, doch auch Tatsachen sind bekannt. - Hanns Seydel )



Beschwerlich unbequem sind wahrlich weite Wege,
denen fern sind Himmels fürsorglicher Sege`,
doch der Berufung tiefer, tiefer Kern,
er kennet, folget seinem auferlegten Stern.
Schon in frühen jungen Jahren,
man erkennt das eigene, gewählte Los.
Sein Talent, das muss man stets bejahen,
denn Gottes Gnade, die ist riesengroß.

Doch Opfer gibt es immer wieder
und Rasputin war eins von ihnen.
Schreibtischtäter führten ihre Feder,
die Gegner waren wie von Sinnen.
Verraten habe er Geheimnisse,
am Zarenhof, er sollte nicht mehr sein.
Der Zar, er konnte Dieses nicht vergesse`,
doch Rasputinens Geist blieb rein.

Der Hass geg` ihn wurd` immer schlimmer,
unbeliebt und abgelehnt, er zog sich ernst zurück.
Da leuchtete nicht mehr der Freude Schimmer,
vorbei und gestorben war das einstge Glück.
Und wie wenns käm aus Ungeheuers grausgem Rachen,
da riefs hinauf in höchste Höhn, vorbei war alles Lachen.
Denn Rasputin war tief und tiefer schwer enttäuscht,
die Zarenfamilie, einst hat er sie mit Schwall berauscht.

Bedrückt und bitter traurig wird die Mine
und traurig wird der Trauernd` Sinne,
wenn ein Mensch ermordet wird
und nur das Böse wütet wild.
Wer keinem Andren jemals hat geschadet,
der hat keinen Mord verdient.
Auch im Nachhinein wird er geachtet,
da ist Nichts, was müsst` werd` gesühnt.

Einst ward Rasputin verehrt,
viele Frauen hatten in begehrt.
Sein` Potenz, sie nannten sagenhaft,
bewundert wurde sein` enorme Kraft.
Er war erfüllt vom erotisch tiefem Trieb,
doch kannt` er auch der Frau empfundne Lieb`.
Er war ein ziehnder Wanderprediger,
doch jeder Prediger, der ist auch ein Seliger.

Die Zarin hatte er enorm verehrt
und auch sie, sie hatte ihn begehrt.
Doch infam warn alle die Gerüchte,
die sagt`, er wär` verfallen aller Süchte.
Er trank zwar oftmals guten Alkohol,
aber bei dem Wodka fühlte er sich wohl.
Und wahrlich hochgewachsen mit Einsneunzig,
war sein` Bewegung trotzdem immer emsig.

Sicherlich, er hat viel` Fraun verführt,
doch die warn ganz tief durch ihn gerührt.
Denn mit viel Gefühl, er hatte sie beglückt,
durch allerhöchste Wonne waren sie vergnügt.
Er wurde von den Fraun gerühmt, er galt als gut gebaut,
jede Frau bei ihm, sie war von seiner Größ` erbaut.
Dem Genusse war er triebhaft zugeneigt,
der Erotik Kraft, den Frauen hatte er gezeigt.

Doch Neid und Missgunst brachten ihn zu Fall,
sein Ruf als Geistheiler wurde nicht mehr anerkannt;
die Ablehnung gegen ihn ertönte prall,
nur Negatives wurde dort extrem benannt.
Zum Vorwurf wurde ihm gemacht,
dass er ernsthaft hat sich ausgedacht,
einer wichtgen Duma-Sitzung fern zu bleiben,
die Gegner, seinen Niedergang, den hatten sie betrieben.

Übele Verfehlungen, sie wurden ihm krass nachgesagt,
doch nach der Wahrheit hatte Keiner nachgefragt.
Eines schlechten Lebenswandels wurde er beschuldigt,
nur dem Oberflächlichen hätte er gehuldigt.
Doch woanders wohnte die gewichtge Wahrheit,
denn sein` Gegner bersteten vor Falschheit.
Es war der Neid auf des Geistheilers tiefe Kraft
und der Neid auf des Predigers hehre Macht.

Sein Schicksal brachte eine schlimme Wendung,
denn Keiner wollt` mehr kennen seine höhre Sendung.
Im Zarentum war dann Keiner ihm mehr wohl gesinnt,
denn bereits im Geist, der Qualen Anfang krass beginnt.
Unvorstellbar grauenhaft des Mörders Absicht immer ist,
des Verständnisses Empfindung, der Mörder stets vergisst.
Rasputin, er war dem Tode herb geweiht,
am Ende war ihm Keiner mehr geneigt.

Ein trübes Ende war ihm krass bestimmt,
denn gemartert wurde er zu Tode.
Das Wohlwollen der Herrschenden war verglimmt,
zu bestrafen, das war ihre bitterböse Mode.
Sie stießen mit den herbsten Stößen
riesenlange Messer in ihn tief hinein.
Die Mörd` gehörten zu der Adeligen Größen,
zur Vergebung dort bereit war Kein`.

Und sie verschonten nicht des Opfers Gliedmaßen,
seine Schreie hörte man in allen dortgen Straßen.
Unvorstellbar unerbittlich ging` die Mörder vor,
Rasputin sah zum Schluss des Palastes großes Tor;
doch die Täter hört` nicht auf und wollten nicht hinaus,
sie wollten ihn zu Tode quälen, ein entsetzlich krasser Graus.
Sein Blut floss über Palastens Boden ausgedehnte Länge,
es erreichte selbst der Treppe allerhöchste Stränge.

Grauenhaft ist Mörders arge Art,
Vernichtsungswille grausam in ihm gärt.
Die Folterung war derb gekommen,
sein` Verwandte waren wie benommen.
Immer wieder quälten jene Täter des Opfers Körper,
kalt und grausam herzlos ist ein jeder Mörder.
Krass und fürchterlich sind alle Mörder,
denn sie sind der Gutheit schlimmer Störer.

Wieviel Hass und Rachsucht muss in Menschen sein,
die niemals kennen der Vergebung Gnade.
Unbeweglich wie des Felsens hartes Urgestein
sind alle Rächer fern der Gutheit Gabe.
Und wie mit Keulen schlägt der innre Schmerz
grausam zu, fast zerrüttet ist das traurge Herz.
Tief ergriffen und den Tränen nahe,
die Anwesenden Rasputinen sahe`.

Und flüchtge Fehler können nicht verhindern,
dass Übles in des Bösen argem Sinne wohnt.
Denn Ermordung kann rein gar nichts jemals lindern,
mit Verdammnis werden Täter ewig streng belohnt.
Und wenn Tätern gewährt wird irdische Vergebung,
Gottes herber Rache entgehn sie schrecklich nicht.
Wenn Herrgott rächt, dann gibt es kein` Beseligung,
jede Hoffnung, jede Zuversicht ist grauenhaft vernicht`.

Und nach vorne geht des Schicksals Ruder,
denn nie rückwärts geht des Schicksals Macht.
Der Gute wird dem Bösen bester Bruder,
auch wenn das Schicksal schlimmstens kracht.
Rasputinens Schicksal war nicht einfach,
Allens Recht zu machen war sein` Sach`.
Doch wenn Neider werden auch zu Mördern,
dann könn` selbst Beste nichts mehr fördern !!




( E N D E )
Hanns SEYDEL, 27.07.2021 - 29.07.2021
( Werk 285 )


" Und noch hallen ihre Worte,
Horch, da drängt verworrner Ton
Fernher aus des Tempels Pforte,
Tot lag Thetis` großer Sohn. "
( aus "Kassandra" )





 

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