Karl-Konrad Knooshood

Das Halten



 

Durchhalten soll man,

standhalten auch,

aushalten "muss" ja,

mithalten? Klar!,

Mit WLAN und Elan,

mit Müh und Not,

mit Spucke zur Not und HELA,

mit trockenem Schinkenbrot,

 

Zuhalten soll man's Säckl,

aufhalten brav die Hohlhand,

abhalten sich von trüben Gedanken,

fithalten den müden Verstand,

festhalten am eignen Bund und zweisamen Band,

anhalten nicht – kein vages Wanken,

als hätt man's nie anders gekannt,

Lauschen gebannt, was (Ex-)FDJ-Frau sagt,

das würd von niemand' beklagt,

Das böse, triste, trübe Jammertal,

ist bald tränendurchzagt,

und wenn der arge Zweifel nagt,

innerlich reichsparteitagt,

 

Wer muss als Buhmann herhalten,

als Feindbild der tumben Gestalten,

welche uns hier missverwalten?,

Wie lange will man uns noch hinhalten,

uns auf Abstand und Distanz halten,

bis wir endlich ungehalten werden,

weil sie uns nicht auf Trab halten,

sondern uns für dumm halten,

- solang wir uns stumm halten,

wird man uns auch kleinhalten,

und per Disput-Förderung klein spalten,

 

Wie lang mag man's noch aushalten,

stoisch 's Maul, sich raushalten,

in "Resilienz" und "Resistenz",

wütet doch die Pestilenz rasender Inkompetenz,

Würden sich notorische Regierungsfans,

die Medien- und Pressegestalten ruhig verhalten!





(30.04.2021)
(C) 2021, Knalterhalter Knooshalterhood 



Stulle: Ein Gedicht mit dem Wort "Halten" als Wortspiel - oder steckt mehr dahinter?

Knorke: Es handelt sich um eine Kritik an der "Durchhaltepolitik" im Rahmen der Corona-Krise. "Nur noch
so und so lange, dann haben wir es überstanden" versus "Jetzt kommt noch die Delta, Lambda oder
Leckmichamarsch-Variante/Mutante". Weiß nicht mal mehr, ob die alle existieren. Also ob die Gefahren
noch immer größer werden - oder ob das Virus größtenteils überwunden ist.

Stulle: Geht es nur um die Corona-Maßnahmen?

Knorke: Vom Datum her: Ja. Ich konnte es nicht vorhersehen, was die Bullen auf der Demo in Berlin
machen. Dass die zu derartiger Brutalität greifen würden. Es war ein lähmendes, psychisch schwer
belastendes, zumindest herausforderndes Gefühl während der Lockdowns - und selbst jetzt, wo alles
wieder gelockert worden ist, fühlt es sich immer noch bedrohlich an. Die "alte Normalität" kommt
angeblich niemals zurück, wir sollen uns an die "neue Normalität" gewöhnen. Dabei ist die ziemlich
grauenhaft.

Stulle: Du wirkst spröde und müde in diesem Gedicht.

Knorke: Das liegt daran, dass ich's bin. In jeder sich bietenden Hinsicht.

Stulle: Na dann...

Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Karl-Konrad Knooshood).
Der Beitrag wurde von Karl-Konrad Knooshood auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.08.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • knorkeknooshoodgmx.de (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)
  • 1 Leserinnen/Leser folgen Karl-Konrad Knooshood

  Karl-Konrad Knooshood als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Was wäre, wenn ...: Geschichten zur Geschichte von Klaus Buschendorf



Was wäre, wenn ...? Eine Frage, die oft den Menschen anfällt, wenn ihm etwas nicht gelungen ist. Sie kann selbstquälerisch sein und wird deshalb meist vermieden. Ist der Frager stark genug, sich ihr zu stellen und eventuell seelische Qualen zu ertragen, kann sie zu Erkenntnissen führen. Stellt man solche Fragen geschichtlichen Ereignissen, sind die Reaktionen vielfältiger. Was soll's, ist doch vorbei - so die am weitesten verbreitete Reaktion. Aber beim Nachdenken über geschichtliche Unfälle oder Zufälle können sich Gedanken aufdrängen, dass nicht alles genauso und nicht anders hätte passieren müssen!

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Kritisches" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Karl-Konrad Knooshood

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Am Wochenende episch werden von Karl-Konrad Knooshood (Reime)
Intriganten. von Walburga Lindl (Kritisches)
AUGENBLAU von Christine Wolny (Erinnerungen)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen