Katrin Meyer

Ich habe geträumt

Ich habe geträumt - von einem Land der Freundlichkeit

Da sind die Menschen nicht aneinander vorbei gehetzt, mit Blick auf das Handy und angespanntem Gesichtsausdruck.
Da wurde gegrüßt und gewunken und jeder hatte ein Lächeln für den anderen. Auch im Straßenverkehr ging es friedlich zu. Es gab keine Staus, keiner hat gedrängelt oder aggressiv gehupt. Niemand ließ unnötig lange den Motor laufen. Türen wurden sanft geschlossen.

Ich habe geträumt - von einem Land der Leichtigkeit

Da war alles einfach. Es gab keine Bürokratie oder immer komplizierter werdende Richtlinien, die keiner mehr verstand. Es gab nicht dauernd irgendwelche Änderungen oder Optimierungen, die in seitenlangen Texten verfasst wurden. Ältere Menschen konnten am öffentlichen Leben teilnehmen ohne sich auf immer neue technische Errungenschaften einzustellen. Es gab keine frustranen Kämpfe mit Behörden, für die man gar keine Kraft hatte und am Ende doch entnervt aufgab.

Ich habe geträumt - von einem Land der Stille

Da gab es keine Laubbläser und niemand musste in öffentlichen Verkehrsmitteln zermürbend oberflächliche Smalltalks mit anhören. Es gab auch keine aufdringliche Werbung oder stundenlang andauernde Warteschleifenmusik.

Ich habe geträumt - von einem Land der Gleichberechtigung

Da konnten auch kranke Menschen an der Gesellschaft teilhaben. Es gab Zuwendung und Zeit.

Ich habe geträumt - von einem Land des Respekts

Da wurden keine Autos zerstört oder in fremde Wohnungen eingebrochen. In den Geschäften wurde wie selbstverständlich Diskretisabstand gehalten und nicht die Privatsphäre des anderen verletzt. Es gab keine Gaffer und die Rettungskräfte konnten ungehindert ihre Arbeit tun.

Ich sehe die Wirklichkeit wie durch ein schmutziges Fenster.
Ich habe geträumt. Es war nur ein Traum.
Schade. 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.08.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Alex lebt nach dem Motto „all you can feel”. Nach einem Zusammenbruch erholt sie sich in den Berchtesgadener Alpen und erfährt in einem Workshop zum Thema Hochsensibilität, dass es noch andere Menschen gibt, die nach dieser Devise leben. Erleichtert über diese Erkenntnis beginnt sie, ihre Vergangenheit völlig neu zu bewerten und beabsichtigt, in Zukunft ihre eigenen Regeln aufzustellen. Aber Veränderungen sind für Hochsensible gar nicht so leicht umzusetzen. Erst recht nicht, wenn wenigstens die Beziehung ein sicherer Hafen zu sein scheint. Doch dann begegnet Alex dem Fotografen Quirin und plötzlich ist gar nichts mehr sicher.

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