Patrick Rabe

Rat eines Machers

Rat eines Machers

 

Chaos, Chaos, überall nur Chaos.

Und wer es nicht mehr sehen kann,

fliegt nach Kos, Kreta, Laos.

Doch leider geht das nur mit Geld,

sonst dieses Vorhaben seychellt.

Doch so viel wie Politiker

ha’m selten Systemkritiker.

Denn die sind nur bei dem beliebt,

der noch was auf die Wahrheit gibt.

Ist das System schon ganz vermottet,

korrupt, böse und falsch vergottet,

dann kriegt stets die Intelligenz

was oben drauf, und nicht `nen Benz.

Sondern nur Prügel, niemals Geld,

damit das Haus zusammenfällt.

Denn immer noch glaubt rechter Geist-

Egal, ob CDU er heißt,

ob AfD, ob NPD,

dass wenn das Haus einschmilzt wie Schnee,

und umfällt wie ein Kartenhaus,

dann macht der Hitler `n neues draus.

Drum kippen sie gern Dinge um.

Das war und bleibt halt immer dumm.

Wer braucht `ne Chaostheorie?

Das Chaos weg. Jetzt oder nie.

Nur sind ja grad Chaotiker

oft auch starke Neurotiker,

erkennen nie, wo’s Chaos liegt,

und wo es um die Ecke biegt.

Der Kopf schafft Ordnung, nicht der Bauch,

doch dieser braucht was drinnen auch.

Drum steht mal morgens lieber auf,

die Sonne scheint,

und nicht „sauf-sauf!“.

Entzieht vom Schnaps, und lest mal was,

zum Beispiel Marx, Hesse und Grass.

 

 

 

Oder Patrick Rabe. Wär auch ein Anfang. Und was Modernes obendrein. Und wer es ganz zeitgemäß haben will, checkt Leute aus wie Bente Varlemann, Fabian Navarro, Suzanne Zahnd, Mona Harry und andere Poetry-Slammer, und geht zum Best of-Poetry-Slam Open Air in Hamburg dieses Jahr. Das sind Poetry-Slammer. Man findet Texte von ihnen unter anderem in der  „Poetry Slam Fibel 2.0“. Natürlich muss man sagen, dass viele dieser Texte erst übers Zuhören ihren vollen Reiz entfalten. Gelesen sind sie oft etwas mühsam und gestelzt anmutend. Nicht alles, was von der Poetry-Slam-Bühne kommt, bewährt sich gedruckt und gelesen in einem Buch. Dennoch: Es ist die zeitgemäße Art, Poesie zu machen, und dabei am Puls der Zeit zu sein. Allerdings durchschaut man seine eigene Zeit vermutlich schon etwas besser, wenn man sich nicht von jedem Pulsschlag gleich um alle möglichen Ecken bringen oder scheuchen lässt. Als Schriftsteller ein Pseudonym zu verwenden, kann nämlich mehrerlei gründe haben: Entweder, weil es cool ist, oder einem cool vorkommt, weil man sich für Teile seiner eigenen Biographie schämt, oder… weil man etwas zu verbergen hat, und eigentlich kein Schriftsteller ist, sondern gelangweilter Arbeitsloser, Spion, Terrorist, Verbrecher, Politiker oder Polizist. Solchen Menschen möchte ich eigentlich schon mal aus Prinzip per Dekret oder meinetwegen auch per Sekret das Schreiben verbieten. Vor allem deswegen, weil sie es nicht tun, um Schriftsteller* in oder Dichter *in zu sein, sondern vielleicht nur,  um *in zu sein. Zum Beispiel im Trend. Oder in der Gesellschaft. Oder in den Computern von fremden Leuten. Und das alles wollen echte Schriftsteller wie ich nicht so gerne. Guten Morgen.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 12. August 2021, Hamburg.

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