Frank-Ulrich Meinhard

Der Staub

Wenn doch der Reichtum bliebe!

Der Reichtum an Freunden,

der Reichtum an Geld!

An schönen Tagen, an Erinnerungen,

am goldenen Überfluss der Welt!

Doch immer kommen die heimlichen Diebe

unerwartet angesprungen.

Sie heißen Karl-Gustav oder Demenz.

In der letzten Konsequenz

bleibt nichts erhalten,

trotz allem Händefalten.

Alles ist Tücke, ist Schwund, ist Raub!

Ewig ist nur der Staub.

 

In jedem Reich, in jedem Haus

steckt eingeboren Vergänglichkeit.

Keine Vernunft ist endlos gescheit.

Nichts gibt’s, was sich nicht doch entzweit.

Immer ist einmal der Ofen aus.

Die allerschönsten Blumen verblühen,

Berge schrumpfen,

Sterne verglühen.

Alles ist Tücke, ist Schwund, ist Raub!

Ewig ist nur der Staub.

 

Jede Sehnsucht und jede Treue,

jede Rachsucht und jede Reue,

jedes Sammeln und jedes Geben,

jedes noch so lange Leben –

was es denn auch immer sei:

alles, alles geht vorbei.

Kommt der Wind und weht es fort,

bis sich gar nichts wiederfindet.

Alles endet seinen Lauf.

Und am Ende schwindet

der letzte Ort. Und auch der Wind hört auf.

Fürwahr: Es bleibt nur Staub. Doch dann…

fängt mit ihm auch alles an.

 

In diesem Baustoff, grau und fahl,

steckt ein großes Potenzial.

Jegliches Ding auf Erden

ist daraus hergestellt.

Wie er sich stet zu Klumpen ballt!

Wer formt ihn, bringt ihn zu Gestalt?

Lässt Bäume, Wolken, Menschen werden?

 

Der muss doch, mit Verlaub,

noch ewiger sein

als der Staub.

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