Christina Pochert

Wo ist die Stille?

Wo ist die Stille? Nichts schweigt in mir,
die Gedanken rennen und rasen
und Dinge die Ruhe und Frieden versprechen
zerplatzen wie Seifenblasen.

Ich werde den Kummer, die Sorge nicht los
und ändere stumm meine Worte,
die fließen durch Augen und Ohren und Mund
und sind von der hässlichen Sorte.

Meine Gedanken beschämen mich,
sie stürmen wie Fluten hernieder
und drücken mich auf den Grund meiner Angst,
das Fürchten kehrt wieder und wieder.

Auch wenn ich beim letzten Male verstand,
dass alles im Kopf nur entsprungen
und glaubte ich hätte gegen das Leid
gewiss meinen Sieg mir errungen,

so schein ich nun wieder am Anfang zu stehen,
als hätte ich gar nichts gelernt
und mich seit dem letzten Zusammenstoß
zu weit von der Wahrheit entfernt.

Zu weit von allem was Wirklichkeit ist,
was ich aus den Augen verlor.
So tritt aus dem Schatten kein Licht und kein Glück
nur noch mehr Trübsinn hervor.

Ich hab mir geschworen, ich enttarne es gleich,
tapp in keine Falle hinein
und kann so gewiss in jedem Moment
für das Schlimmste gewappnet sein.

Doch dann trifft es mich wieder, wie ein Blitz, wie ein Pfeil,
vom Verstand gespannt und geschossen
und in mein ganzes Glauben hinein
kommt der Irrsinn, die Lüge geflossen.

Ich fühle die Wahrheit noch hinter dem Nebel
und weiß, sie ist vor mir verborgen,
doch finden werd ich sie wieder gewiss,
wenn ich Glück hab vielleicht sogar morgen.

Sie ist nie verloren, nur übermalt
vom Gekritzel meiner Gedanken,
die sich trügerisch und ohne Sinn oder Ziel
um meine Gewissheiten ranken.

Und wenn ich tief in mein Innerstes horche,
dann höre ich deutlich und klar,
dass nichts was das Außen mir einreden will
jemals die Wirklichkeit war.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.08.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Poèmes de café: Gedichte – Fotos – Streifzüge von Bernhard W. Rahe



Der Café-Besuch eines Literaten, vielleicht bei einem Cappuccino oder Café crème und einer ordentlich recherchierten Zeitung, wird zu einem Highlight, sollten sich originelle Gedanken hinzugesellen. Die zweite Bestellung ist an den Ober herangetragen, die Blätter der Gazette nach und nach umgeschlagen. Der Erzähler sitzt mit nachdenklicher Miene am Tisch. Er wartet. Während Kaffeedüfte ihn umschmeicheln, kommen die ersten Gedanken. Textfragmente, Bilder und Überlegungen nehmen zögerlich ihren Platz ein. Diese Gefährten sind wenig gesprächig, aber nicht selten beflügelnd, also genau der passende Augenblick für ein Sinngedicht. Ein kleines kompaktes Textfragment, aus zwölf Zeilen nur. In diesem Moment bin ich derjenige, der dort am Tisch sitzt, Papier und Stift aus der Tasche hervorholt. Der mit Glück einen guten Fang aus dem Meer der Worte an Land zieht. Die Gedichte in diesem Buch sind in Cafés entstanden. Oftmals launige Erträge aus zahlreichen Streifzügen durch unsere vielschichtige Alltagswelt. Die korrespondierenden Fotos geben den Versen ein bildhaftes, erzählerisches Gegen- und Gleichgewicht.

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