Christina Pochert

Wo ist die Stille?

Wo ist die Stille? Nichts schweigt in mir,
die Gedanken rennen und rasen
und Dinge die Ruhe und Frieden versprechen
zerplatzen wie Seifenblasen.

Ich werde den Kummer, die Sorge nicht los
und ändere stumm meine Worte,
die fließen durch Augen und Ohren und Mund
und sind von der hässlichen Sorte.

Meine Gedanken beschämen mich,
sie stürmen wie Fluten hernieder
und drücken mich auf den Grund meiner Angst,
das Fürchten kehrt wieder und wieder.

Auch wenn ich beim letzten Male verstand,
dass alles im Kopf nur entsprungen
und glaubte ich hätte gegen das Leid
gewiss meinen Sieg mir errungen,

so schein ich nun wieder am Anfang zu stehen,
als hätte ich gar nichts gelernt
und mich seit dem letzten Zusammenstoß
zu weit von der Wahrheit entfernt.

Zu weit von allem was Wirklichkeit ist,
was ich aus den Augen verlor.
So tritt aus dem Schatten kein Licht und kein Glück
nur noch mehr Trübsinn hervor.

Ich hab mir geschworen, ich enttarne es gleich,
tapp in keine Falle hinein
und kann so gewiss in jedem Moment
für das Schlimmste gewappnet sein.

Doch dann trifft es mich wieder, wie ein Blitz, wie ein Pfeil,
vom Verstand gespannt und geschossen
und in mein ganzes Glauben hinein
kommt der Irrsinn, die Lüge geflossen.

Ich fühle die Wahrheit noch hinter dem Nebel
und weiß, sie ist vor mir verborgen,
doch finden werd ich sie wieder gewiss,
wenn ich Glück hab vielleicht sogar morgen.

Sie ist nie verloren, nur übermalt
vom Gekritzel meiner Gedanken,
die sich trügerisch und ohne Sinn oder Ziel
um meine Gewissheiten ranken.

Und wenn ich tief in mein Innerstes horche,
dann höre ich deutlich und klar,
dass nichts was das Außen mir einreden will
jemals die Wirklichkeit war.

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