Thomas-Otto Heiden

Die Sonnenbrillen






Die Sonnenbrillen  



Die Sonnenbrille auf der Nase,  
Spazier ich fröhlich durch die Welt.  
Wellen die auf Klippen schlagen.  
Sie spielen fangen in meinem Kopf.  

Dann sitz ich im Cafe,  
Menschen mit und ohne Sonnenbrille,  
Gehen vorbei.  
Manche schlendern, andere eilen.  
Einige von ihnen lächeln.  
Die anderen nicht.  

Die, die lächeln, man sieht es ihnen an,  
und ich fühle es, sind glücklich.  
Die anderen nicht.  
Ihnen gehört meine Aufmerksamkeit.  

Den Kopf leicht zur Seite gedreht,  
die Augen aber, auf sie gericht(et).  
So bemerken sie es nicht,  
das mein Blick,  
auf „Sie“ sich richt(et).  

Ich schau sie mir genau an.  
Dann seh(e) ich es.  
Der Kummer den sie mit sich tragen,  
„Er wiegt so schwer!“  

Die Schultern ach so schmal.  
Doch tragen sie die schwere Last,  
die sie fast in die Knie treibt.  
Doch sie gehen weiter,  
Schritt für Schritt.  

Die Tretmühle des Lebens,  
sie fordert ihren Preis.  
Rigoros fordert sie ihn ein.  
Fast so wie der Fährmann,  
der uns zur anderen Seite bringt.  
Ohne Gnade.  

Neben dem Cafe ist eine Bank.  
Eine Frau, ein Kind an der Hand,  
will Geld am Automaten holen. 
Doch der Automat gibt ihr nichts.  
Aber er nimmt ihr die Karte.  

Hastig eilt sie in die Bank,  
das Kind an ihrer Hand quengelt,  
kommt kurz darauf,  
kleiner und Scheins gebrochen,  
wieder raus.  

Jetzt hängen die Schultern noch tiefer.  
Das Kind an ihrer der Hand,  
es ist unruhig, will ein Eis.  
Doch heute gibt es keins.  
Auch nicht morgen.  

Ein alter Mann ist überfordert von der Technik.  
Der Geldautomat ist nicht seine Welt.  
Er denkt an früher.  
Da war alles besser.  

Es gab Dienstleistung und freundliche Berater.  
Er gibt auf und geht in die Bank.  
Als er raus kommt, 
steckt er gerade sein Geld weg.  


Ein Punker erscheint wie aus dem Nichts.  
Die Bierflasche in der Hand.  
Er trägt keine Sonnenbrille.  
Hat dafür bunte Haare,  
und zerrissene Kleidung.  

Er fragt den Alten nach na Mark.  
Doch der Alte geht wortlos an ihm vorbei.  
Hat keine Mark für den Punker.  
Trägt auch keine Sonnenbrille.  

Hat dafür ne Glatze.  
Ich winke den Punker zu mir  
als er sich danach umsieht,  
jemand anderen zu fragen.  

Als er bei mir ist,  
drücke ihm fünf Mark in die Hand,  
Er schaut mich verwundert an.  
Lächelnd sagt er „Danke Bruder,“  
Ich lächle zurück. Sage „Gerne“  
Dann ist er verschwunden.  
Die Hand zum Gruß hochgestreckt.  

Verschwunden in der Menge,  
die einer Karawane gleich,  
wie eine Fata Morgana an mir,  
und all den anderen vorbei zieht.  

Noch lange sitze ich im Cafe.  
Einer Karawane folgte die nächste.  
Menschen die ich nicht kenne,  
sie ziehen an mir vorbei.  

Menschen wie du und ich.  
Menschen die etwas zu finden suchen.  
Menschen die einsam sind.  
Menschen die glücklich sind.  

Ich sehe sie.  
Ich fühle ihr „Fühlen“  
Obwohl fast alle genau wie ich,  
ihre „SONNENBRILLEN“ tragen.  



(Genau dieser Punker hat mich fünf Jahre später  
aus einer Not gerettet.  
Als ich einmal überfallen wurde auf dem Heimweg.  
Das war für mich eine Bestätigung.  
Für mein Handeln und Wirken an den Menschen.)  






Thomas-Otto Heiden

 

 

 

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