Brigitte Waldner

Leon, wo bist du? Bitte melde dich.


Die Freiheit ist lebensgefährlich,
oft mit dem Tod bedroht,
Leon, du fandst sie gleich herrlich,
der Nachbar sah aber rot.

Ich wollte Dir die Freiheit kaufen,
vom Tierheim endlich herausgeholt.
Wieso bist du mir fortgelaufen,
was hast du beim Nachbarn gewollt?

„Er wird dein Miauen abstellen“,
verkündete neulich der Nachbar,
als du im Gehege miautest,
drum hab ich dich laufen lassen.

Du hast wohl das Gehege verwechselt
mit seinem Gartenpavillon,
auf seinen Kissen eingeschlafen,
und dann kam der Stock in Aktion.

Warst du vielleicht etwas hungrig
und hast sein Essen gekostet?

Mich hat der Räuber geplündert,
und dir vergönnt er kein Essen.

Er hat auf dich böse eingeschlagen,
verletzt lagst du in Schmerzen,
ich hörte ihn fluchen und sagen:
„Verfluchter Potz!“ im Gepolter.

Warum bist du Amok gelaufen?
Das machst du nicht ohne Gründe.
Hat er dich in die Enge getrieben,
dass ihm jetzt der Knast zustünde?

Dann lagst du auf Steinplatten wehrlos,
dein Mörder schlug eiskalt noch weiter,
und schrie am Ende: „So, erledigt,
verfluchter Potz!“
und seither

vermisse ich dich, armer Leon.
Dann fuhr er dich mit dem Mercedes
zum Ort, wo er dich halt entsorgte,
zu Tode gefangen in seiner Falle.

Erst war sein Pavillon völlig geschlossen.
Um seine Tat zu leugnen,
steht er jetzt unterhalb offen,
Es gibt aber einen Zeugen.

Ich wollte dir die Freiheit geben,
den Tod verdankst du dem Räuber,
er will sich auf dein Fellchen legen,
er bildet sich ein, er hat Rheuma.

Er trinkt aus Designertassen
mit Katzenmotiven, die er mir klaute,
Ich kann es beinahe nicht fassen,
wie oft man bei ihm schon wegschaute.

Sein Leben lang tötet er Katzen,
die schönsten und jüngsten Kater,
erschießen, vergiften, erschlagen,
Wie lange musstest du leiden?

Gerechtigkeit sollst du erlangen,
ich werde dem Staatsanwalt schreiben,
er hat dich mit Falle gefangen,
denn anders wär‘s ja nicht möglich!

Text und Foto: © Brigitte Waldner

Bild vom Oktober 2020 Leon

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