Alex Luder

Die Tage sind kurz und die Nächte lang

Ich weiss, es schaut von weitem so aus, 

als ob ich tapfer nach vorne stürm’

Im Irrgarten in die Mitte lauf’

Und den Feind mit bloßen Händen erwürg’,

Aber in Wahrheit steh’ ich still

Und meine Seele blieb ohne Fang

Ich weiss, dass ich irgendwen lieben will

Aber auch niemanden zu lieben verlang

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, manchmal ist mein Lächeln falsch,

Aber die Bürde ist dann einfach zu schwer

Ich bin heut’ ein Künstler - wie schon damals,

Doch dass ich was zu sagen hab’, ist schon lange her

Deshalb schweig’ ich lieber vor mich hin

Und hör’ der Nachtigalls einsamen Gesang

Ich hab’ oft bestreitet, wer ich wirklich bin,

Vielleicht find’ ich mich selbst ja irgendwann

Bis dahin sind die Tage kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, das stille Wasser ist nicht schuld,

Aber manchmal ertrag’ ich nicht, was ich darin seh’

Ich steinige es in meiner Ungeduld

Und ertränk’ mich danach im schmutzigen See

Ich weiss, dass da noch and’re sind,

Im Akt der Güte brech’ ich denn Damm,

Dass jeder sich seine Freiheit nimmt

- Vielleicht bin ich ja morgen dran

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, ich bin nicht immer allein,

Aber ich hab’ zu viele verloren

Manche wollten nicht mehr mit mir einsam sein

And’re wurden neugeboren

Ich seh’ wie du ein and’res Herz bestellst

- Mit Hingabe siehst du sie an

Ich sag dann immer zu mir selbst,

Dass ja auch ich mich zu übersehen begann

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, irgendwann find’ ich vielleicht jemanden,

Oder ich bin einfach für was and’res geboren

Wann kam mir nur die Bestimmung abhanden?

Wann habˋ ich mir zu lieben abgeschworen?

Vom letzten Versuch getrieben, hoch zu fliegen,

Lieg’ ich tot am unt’ren Ende vom Hang

Alles was ich seh’ sind Geier und Fliegen

- Ich bleib liegen ohne Drang

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, ich bin ein Pessimist

Der schreibt, was er selbst nicht versteht

Es ist nur eine Vorbeugung, falls man mich vergisst

Und plötzlich niemand mehr neben mir steht

Deshalb geh’ ich lieber vor allen and’ren,

Umarme jeden als frierender Mann

Im Dunkeln geh ich dann auf den Strassen wandern

Und hinterfrage, weshalb ich mich im Spinnennetz verfang’

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, irgendwann wird man nicht mehr nässer

Auch wenn die Engel weiter auf mich weinen

Alle sagen mir, bald werde es besser

Aber ich weiss nicht mal, was sie damit meinen

Ich nick dann einfach und glaub’, ich sei verrückt

Halt’ verzweifelt den eig’nen Körper stramm,

Doch die Melodie hat mich schon lange erdrückt,

In den Nachtigalls Gesängen Bann

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

 

Ich weiss, vermutlich liest keiner dies’ Gedicht

Das Augenmerk spielt eben nur bei Scheinwerfern

Und falls doch, versteht man die Bedeutung nicht 

Oder fängt sich ab dem Licht an zu nerven

Vielleicht verlang’ ich auch einfach zu viel

Wie von der Nachtigall, die nie für mich alleine sang

Vielleicht ist das nur ein obligates Spiel,

Aber ich spiel kein Spiel, das ich nicht gewinnen kann

Die Tage sind eben kurz und die Nächte lang

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.09.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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