Sonja Coen

Warum hast du mich verlassen?

Tagebucheintrag vom 10.02.2020
 

Warum hast du mich verlassen?

Wo bist du? Wo bist du?

Ich habe dich so lange gesucht. Ich suche dich in jeder Minute meines Lebens.

 

Wo bist du? Meine Erinnerungen verblassen Tag für Tag mehr.

Bald ist nichts mehr von dir in mir!

 

Wo ist die Liebe von der Mutter für das Kind?

Wo ist die Liebe? Wo bist du?

 

An diesen Ort kann ich nicht gehen. Niemand kann mich zu dir bringen. Nur die Zeit.

Ich werde hier warten und weiter machen.

Mein Leben ist leer ohne dich.

 

Jeder sagst mir das ist der Kreislauf der Natur.

Doch kann ich mich nicht anfreunden damit.

Ich möchte dich in meine Arme nehmen, nur noch einmal.

In deine strahlenden Augen sehen, dein Lachen wahrnehmen!

So das ich dich sehen kann, hinter deiner Krankheit.

Dich nah bei mir haben, wenn es mir schlecht geht.

 

Wo bist du? Gibt es so etwas wie das Leben nach dem Tod?

Bist du an einen schöneren Ort?

Oder hörst du einfach auf zu existieren?


Das Rätsel um das Leben und den Tod werden wir nie lösen.

Doch ich habe Angst, das meine Erinnerungen noch mehr verblassen.

Was soll ich tun?

 

Der Verstand weiß, dass es besser war dich gehen zu lassen.

Doch mein Herz vermisst dich. Ich vermisse DICH Mutter!

Das habe ich noch nie gesagt. Wie sehr ich dich eigentlich wirklich mag!

 

So viele Tränen habe ich vergossen als Kind, als du von uns gingst.

Nun kann ich keine mehr von mir lassen, sie verblassen.

Ich möchte einfach bei dir sein.

Ich möchte dich sehen, ein Lächeln nur noch eins.

Ich vergesse deine Gesichtszüge mit jedem Tag mehr.

 

Warum hast du mich verlassen?

Ich kann mein Leben nicht so beenden wie du.

Ich habe Angst vor der Zukunft.

 

Du hast mir ein Geschenk gemacht. Doch ich bin dir nicht böse deswegen.

Ich liebe dich bei allem was mir bleibt! Ich werde dich bis in die Ewigkeit lieben!

Mein Schicksal ist nicht gnädig mit mir!

Bald steht die Krankheit auch vor meiner Türe.

Doch niemand wird mich so tragen wie dich.

 

Ich habe niemanden und nichts.

Du hattest deinen wunderbaren Sohn, der dich geliebt hat jeden Tag.

Gewacht hat er um dich so lange bis du starbst.

 

Ich habe Angst vor meiner Zukunft und ich werde zerbrechen.

Ich bin nicht so stark wie du.

Mutter warum hast du mich verlassen?

 

Warum hast du mich so zurück gelassen?

Warum habe ich diese Krankheit geerbt?

Warum hat sie nicht Generationen übersprungen?

Warum ist meine Schwester jetzt krank?

 

Ich habe Angst jeden Tag, dass diese verdammte Krankheit kommen mag!

Doch ich muss den Moment mehr genießen.

Wer weiß wie viele Jahre ich noch habe!

 

So viel Angst ist in mir. Ich kann nicht leben ohne dir.

Ich möchte mit Zuversicht und Vertrauen, auf meine Zukunft schauen.

Doch ich denke oft in meinen schlechten Mustern.

 

Ich vermisse dich so sehr.

Deine Liebe, deine Nähe und deine Wärme, wünsche ich mir jeden Tag zurück.

Wie kann ich nur dem Schicksal trotzen?

Kann ich weg laufen und es auslachen?

 

Nein, denn der Tod holt jeden von uns ein!

Den einen früher, als den anderen.

Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich bin neugierig was kommen mag.

Das Sterben bereitet mir mehr Verdruss.

 

Ich werde jeden Tag meine Liebe schenken mir und allen Menschen.

Und auch an Gott werde ich denken!

Ich bete zu meinen Gott, das er mir helfen mag.

 

Ich glaube nicht, das ich gesund bin.

Doch bin ich auch noch nicht so krank.

Ich bete zu Gott, dass das auch nie kommen mag!

 

Ich wüsche jeden ein wunderbar schönes langes Leben.

Aufstreben und voran kommen.

Jeden Tag soll dich die Schönheit des Lebens mit Leichtigkeit tragen.

Liebe soll dein Herz erfüllen. Beziehungen sollen dich beleben.

Deine Tränen trocknen.

 

Ich habe das nie jemanden gesagt, das ich dich so vermisse und unendlich mag!

 

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