Ernst Wetzel

So verlaufen des Menschen Jahre ...

Mit der schöpferischen Geburt fängt alles an,
dass man als Mensch den ersten Lebensschritt hat getan.
Anfangs noch unterstützt von der Mutter’s Brust,
findet man in die Welt erst einmal ganz unbewusst.

Wenn man als bald laufendes Kind ist noch recht klein,
sieht man vielfach ungeduldig einfach noch nicht ein,
dass man bedarf noch vielfältiger Unterstützung,
um die Welt zu erobern zur eigenständigen Nutzung.

Schon als „erfahrenes“ Kindergartenkind
will man doch in die Schule ganz geschwind,
weil man sich fühlt schon gaaaaanz groß
und betonter verlassen will der Eltern Schoß.

Und wenn man mit 141 oder gar 162 dann (auf)begehrt,
und Selbstentscheiden im Leben einfach dazu gehört,
möchte man den Eltern gegenüber abgrenzend aufzeigen,
dass man bestimmte Positionen nennt sein eigen.

Und wenn man dann ist eeeeendlich achtzehn,
scheint einem die ersehnte Freiheit offen zu steh’n.
Man braucht Niemanden bei Entscheidungen zu fragen
muss aber die Verantwortung dafür als Last dann tragen.

Mit den 20ern heißt es aufzubauen die berufliche Existenz,
die einem schon abverlangt ein gewisses Maß an Stringenz.
Schulentscheidungen sind ja noch elternseitig mit beeinflusst,
hingegen betritt man den Berufsweg altersbedingt schon mehr bewusst.

Eheschließung und Familiengründung schließen sich dem an,
man schaut zurück, wie haben es die eigenen Eltern mit uns Kindern getan.
Mit dem Anspruch, man wolle es mit Familie und Erziehung „moderner“ halten,
man zollt Respekt, wie sie unter ihren Bedingungen konnten „Familie“ gestalten.

In den folgenden wichtigen Dreißiger und in den vierziger Jahren
kann man mit Engagement gewissen beruflichen Aufstieg erfahren.
Das darf nicht erfolgen zu Lasten der Partnerin und der Kinder,
denn deren beruflicher Werdegang ist ja zu unterstützen nicht minder.

Dann kommt die Zahl 50, eine Zahl, die einem psychologisch anzeigt eine Wende,
geht es nun wieder bergab und der Blick richtet sich eher auf’s Lebensende ?
Man feiert dieses Lebensalter im größeren Kreis doch besonders akzentuiert,
tritt ein in die zweite Lebenshälfte; die Kinder sind längst draußen positioniert.

Mit Eintritt in die 6. Lebensdekade kommt gewisser Optimismus auf,
man hat nicht mehr lang, denn selbstbestimmte Freiheit wartet zuhauf.
denn das Renteneintrittsalter ist bald erreicht, man stellt sich drauf ein,
da muss keine nett gemeinte Bestätigung der Unersetzbarkeit sein.

Die 70er Jahre dann machen so allmählich einem kund,
man ist an manchen Stellen des Körpers nicht mehr so gesund,
weil man auf eigene Gesundheit und Vorsorge weniger geachtet,
sich aufgrund des Sporttreibens als völlig gesund hat betrachtet.

Man lernt bei der Kontaktpflege zu einem nahestehenden Personen,
wie es einem noch gutgeht an bestimmten körperlichen Zonen.
Sie erzählen, ihr Körper sei inzwischen ein Ersatzteillager,
und Hören und Sehen werden zunehmend auch noch mager.

Mit 80 fängt man an nachdenklich zu zählen,
wieviel Menschen noch zum Lebenskreis gehören.
Man überlegt intensiv und muss dann resümieren,
dass Viele schon Grabsteine mit Namen verzieren.

Hat man die 90 sogar erreicht, ist man damit fast schon beehrt,
wenn man Pflegeheim und/oder Rollator hat (noch) abgewehrt,
und man im gewohnten häuslichen Bereich kann weiter leben,
dann lassen sich schließlich auch die 100 Jahre noch anstreben.

Die anvisierten 100 werden dann aber (doch) meist zur Tortur,
da ist ein Leben doch abhängig von Unterstützung und Pflege nur.
Man wird für die Familie spürbar zur Last und sieht schließlich ein,
die Lösung für alle kann letztlich nur gute stationäre Pflege sein.

Ist das für die Familie und einem selbst dann auch zufrieden gelungen,
wird dann - dies groß feiernd - auch über die Zahl 100 (noch) gesprungen.
Und hofft, man bleibt eingebunden und wird weiter mit Besuchen beehrt,
bis Gott einen zu sich ruft und einem ein humanes Lebensende beschert.

 

                                1 ab dem 14. Lj. Ist man voll religionsmündig
                                  ab dem 14. Lj. darf man einvernehmlichen Sex haben
                                                                 mit einem Partner zwischen 14-21 J
                               2 ab dem 16. Lj. darf man bis 24 Uhr in die Disco, ins Kino
                                  ab dem 16. Lj. kann man Wein und Bier kaufen
                                  ab dem 16. Lj. kann man seinen Führerschein für Mopeds und Roller machen
                                  ab dem 16. LJ, kann man sich die Pille verschreiben lassen

Dieses Gedicht habe ich mit jetzt 70 Lebensjahren verfasst, bildet also meine Lebenszeit zutreffend ab.
Die Zeitperiode danach erfasst die Lebenszeit noch älterer Menschen aus meinem Lebenskreis, z.T. noch lebend, aber auch schon verstorben.
Ernst Wetzel, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.09.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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