Michael Bernt

Menschenbeinsuppe


Wir Haie haben es geschafft,    wir machen die Gesetze .
Uns ist das Meer nun Untertan,    für uns die besten Plätze .
Natürlich unterscheiden wir,    wir sind nicht alle gleich,
je nachdem wie groß Du bist,    auch hier gibt´s arm und reich .

Wir jagen Fische längst nicht mehr,    sie gehen uns ins Garn .
Kein Hai muss hier mehr schwimmen,   durch das Meer werden wir gefahren .
Von hundert Seepferden gezogen,    strömt das Wasser durch die Kiemen .
In offnen Gondeln sitzen wir,    hier legt sich keiner in die Riemen .

Die Seekuh halten wir in Herden,    uns schmeckt Ihr zartes Steak .
Wir führen die Nahrungskette an    und das ist der Beleg,
dass wir der Schöpfung Krone sind .    Wir stehen über allem !
Und unser allergrößtes Ziel,    war es das Land zu überfallen .

Mit Anzügen, gefüllt mit Wasser    und Messern gingen wir an Land .
Jagten dann das Zweibein dort,    weil ein Gourmet- Hai mal befand,
dass deren Arme, als auch Beine,    sich bestens eignen für die Suppe .
Der Kopf und Rumpf vom Menschentier,   die waren uns ziemlich schnuppe .
Und abgesehen vom Wohlgeschmack,   glauben wir noch nebenbei,
pulverisiertes Menschenbein,    erhöht die Libido vom Hai .

Wir trieben sie zusammen    zu einer großen Herde.
So angstvoll ihr Gewimmer    und Staub stieg aus der Erde .
Dann schnappten wir sie einzeln    und trennten mit dem Messer,
mit einem kurzen, scharfen Schnitt,    denn so gelingt es besser,
die Arme und die Beine ab .    Was für ein Gekreisch !
Warfen das was wir nicht wollten,    zu einem Haufen Fleisch .

Dort stöhnten sie und krümmten sich    ein Haufen aus Gewürm .
Kommt, schenkt Euch Euer Mitgefühl ,   nur klein ist ihr Gehirn .
Es sieht schon reichlich komisch aus,    wenn so ein Zweibein hier,
die Laufwerkzeuge nicht mehr hat    und blutet wie ein Tier .
Es stirbt sehr langsam während es    im Dreck sich schmerzend windet
und schreiend um Erlösung ruft,    jedoch den Tod so schnell nicht findet .


In jedem Jahr, bei unserer Jagd    spürten Millionen unser Messer .
In der Methodik sie zu fangen    wurden wir auch immer besser .
Die Suppe kam uns immer teuerer,    denn das Zweibein wurde selten .
Große Haie wurden reicher,    weil hier ja Marktgesetze gelten .
- Die Gier wird stets als letztes satt -    haben noch ein paar von uns gespottet .
Doch Zweibeinsuppe gibt´s nicht mehr,    der Mensch ist ausgerottet .

Nach einer Fernsehdoku über das Fangen von Haien, um ausschließlich deren Flossen
abzuschneiden, sind mir die Gedanken gekommen, den Spieß einfach mal umzudrehen .
Um der menschlichen Nachfrage nach Haifischflossensuppe nachzukommen werden
den Haien bei lebendigem Leib, die Flossen abgeschnitten und der noch lebende Körper
wieder zurück ins Wasser befördert . Der Hai stirbt dort ziemlich qualvoll ! Jährlich
enden so ca. 100 Millionen Haie-eine unfassbare Zahl ! Einige Arten sind schon
ausgestorben, andere nicht mehr weit davon entfernt . Die Rolle welche der Hai im
Ökosystem Meer spielt, ist mittlerweile hinlänglich bekannt . Dieses Okosystem bricht
ohne ihn zusammen ! Und ohne ein Ökosystem Meer kann auch der Mensch nicht
überleben !
Michael Bernt, Anmerkung zum Gedicht

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