Ernst Wetzel

Meine dankbare Zimmerpflanze

Ich schaue durch das Fenster hinaus in den Garten,
mein Blick sich fängt in farbenfrohen Blütenexponaten
einer Pflanze, die meinen Fensterblick schön dekoriert,
sich mir gegenüber mit einer Blütenpracht geriert.
Du willst wohl Dank ausdrücken für meine Pflege,
und ich den richtigen Standort fand als Dein Gehege.
Du bist entstanden aus lebender natürlicher Zucht,
die sich als Pflanze sichtbar vergrößerte mit Wucht.
Deine Blatt- und Triebfülle nahmen ständig zu dabei,
sich öffnende Blüten sind Dich verzierende Malerei.
Dieses dankbar wahrnehmende stetige Blühen
fordert von mir ein auch das stetige Bemühen,
Dich regelmäßig feuchthaltend zu bewässern,
abgestorbene braune Triebe zu trennmessern,
die Blätter regelmäßig vom Staub freizuhalten,
damit sie ihre Lichtaufnahmefunktion können entfalten.
Sichtbare abgestorbene Wurzeln sind abzuschneiden,
so flüssige Nahrung kann Dich dann besser beweiden.
Diese Nahrung sollte ein Dir zugedachtes Düngemittel sein,
dass ich dem Gießwasser richtig dosiert gebe hinein.
Diese Bemühungen empfinde ich gar nicht als Last,
weil Du im Vergleich zu Kunstblumen die Fähigkeit hast,
zu leben, sich damit ständig entwickelnd darzustellen,
und meine Sinne damit viel umfassender zu erhellen.
Eine Kunstpflanze ändert ihren Zustand doch nie
verstaubt allenfalls, spielt keine Wachstumsmelodie.
Die brauche ich als Deinen Dank für meine Hingabe,
nämlich Jahr für Jahr krönend Dein Blütengehabe … .

In vielen Restaurants und Hotels stehen als Dekorationsartikel auf den Tischen künstliche saisonbezogene Blumen- bzw. Pflanzenarrangements. Das ist ja zu begrüßen, aber diese Artikel sind zunehmend aus betriebswirtschaftlichen Gründen künstlicher Art, weil leichter bzw. gar nicht zu pflegen, allenfalls mal zu entstauben. Es sind leblose uniforme „Wesen“, oftmals auf allen Tischen gleich. Kürzlich fand ich in einem 4Sterne-Hotel jeweils einen Orchideen-Trieb in einer wasserlosen Glasvase auf allen Tischen, die ich genauso im Vorjahr zu anderer Jahreszeit so schon darauf antraf. Pflanzen verdienen mehr Respekt.Ernst Wetzel, Anmerkung zum Gedicht

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