Heinz-Walter Hoetter

10 verschiedene Gedichte

Heinz-Walter Hoetter

Zehn verschiedene Gedichte


 

***

Mein kleiner Bruder


 

Im Rauschen des Windes sing’ ich leise mein Lied
von Liebe, Kummer und Leid
und dort am fernen Horizont, wo immer die Zukunft beginnt,
im Traum eine Träne von der Wange eines mir lieben Menschen rinnt.

Auch ich hatte damals Tränen im Gesicht
als ich zu ihm sprach: „Ich liebe dich!“
Ständig denk’ ich nur an dich!

Mein kleiner Bruder. Mein Herz zerbricht.

Schon lange bist du ein Stern am großen Himmelszelt, so
weit weg von dieser Welt
und für mich warst du immer ein Held.

So ist es, wenn ich dich auf den Bildern und Fotos
von früher sehe, ich mit Tränen im Gesicht
an deinem kleinen Grabe stehe, dann
fühl’ ich in meinem traurigen Herz
der Bruderliebe Schmerz.

Im Rauschen des Windes schweige ich nun.
Mein kleiner Bruder..., was soll ich tun?

Ich hoffe nur, die Liebe wird siegen!
Ich sage leise zu dir: „Ruhe für immer in Frieden!“

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

 



 


 

Kurze Traumreise


 

Ich stehe am Fenster, es ist dunkle Nacht.
Es regnet draußen, ein böser Sturm erwacht.
Das Licht einer Kerze erhellt mein kleines Zimmer.
Das Nachtgewitter tobt, es wird immer schlimmer.


 

Ein Blitz die Nacht erhellt, die Dunkelheit wird klar.
Träume ich dies alles nur? Das Leben ist sonderbar.
Mir kommt es so vor, als wäre alles nur ein Traum.
Da reißt mich ein Licht fort in einen anderen Raum.

Es ist eine kurze Reise aus meiner eigenen realen Zeit.
Weit, weit weg vom wirklich Erlebten hin zur Ewigkeit.
Ganz ohne Worte reise ich fort in andere Welten hinein.
Ich sehe Planeten und Sterne und erlebe das wahre Sein.

Vor dem Erwachen habe ich Angst, bin schon zu weit fort.
Ich blicke zurück und sehe die Erde, mein alter Daseinsort.
Meine Seele fliegt weiter, vertreibt alle Zweifel und Sorgen.
Wohin reise ich? Wo liegt mein Ziel? Gibt es ein Morgen?

Doch ganz plötzlich wache ich aus meinem Traum wieder auf.
Draußen tobt das Gewitter immer noch, es nimmt seinen Verlauf.
Ich kann mich erinnern. Die Reise war kurz und alles verwischt.
Meine Gedanken kreisen weiter, auf dem Tisch die Kerze erlischt.



(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorahnung


 

Er hört, wie die Glocken erklingen.
Er sieht, wie sie noch kraftvoll schwingen.
Er weiß, sie läuten jetzt noch im Frieden.
Er ahnt, der Krieg wird kommen und siegen.
Böse Mächte treiben ihr unsichtbares Spiel.
Millionenfache Seelenernte ist ihr grausames Ziel.
Die Vorahnung wird sich als richtig erweisen.
Es sind die Worte eines Sehers und Weisen.

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo niemand weint


 

 

Wie im Flug verging die Zeit.

Leb’ wohl du schönes Land.

Es drängt mich hin zur Ewigkeit.

Der Tod reicht mir die Hand.

 

Ein Blick zurück – Vergangenheit.

Da ist ein kleines Kind, das spielt und lacht.

Und in der Zukunft Ferne ein alter Mann, der weint.

Erinnerungen haben Macht.

 

Auf Wiedersehen ihr lieben Freunde mein.

Das Band der brüderlichen Treue uns vereint.

In diesem Leben und im andren Sein.

Ja dort, wo das Licht der Liebe immer scheint

und niemand weint.

 

 

 

©Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie der Adler im Wind


 

Wie der Adler im Wind

flieg’ ich geschwind

durch grenzenlose Räume

und träume am Ufer der Zeit

versunken in Einsamkeit

vom Licht der Ewigkeit.

 

Im Fluss der Gezeiten

wirbelt der Sand von den Sternen

aus kosmischen Weiten.

Nur dort, wo neues Leben

beginnt, lass’ ich mich nieder.

Der Adler aber fliegt weiter

und kommt niemals wieder.

 

Wer bist du?“ werden mich eines Tages

die Geschöpfe fragen.

 

Ich bin die Seele in euch“, werd’ ich

in Liebe zärtlich zu ihnen sagen.

 

 

© Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man bedenkt

 




Wenn man bedenkt, wie er so hängt.

 

So schlapp und stumm.

 

Geradewegs nach unten.

 

Ach was, sei es drum.

 

Es gibt dünne, breite, dicke von diesen Bunten.

 

Dazu mein erster Gedanke sodann:

 

Dieses Ding macht noch lange keinen Mann.

 

Es ist wirklich manchmal ein Trauerspiel.

 

Aber jeder hat nun mal seinen eigenen Stil.

 

Nun strengt an euren Grips!

 

Ich rede hier nämlich vom...

 

 

 


...Schlips.

 

 

©Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

Warschauer Ghetto-Kindergesicht

 

 
 
Du unbekanntes Warschauer Ghetto-Kindergesicht.
Für dich schrieb’ ich dieses kleine Gedicht.
Deine unendlich traurigen Augen vergesse ich nicht.
Vor deinem Bild blieb ich erschüttert stehen, hab’ dich
lange nur stumm und ratlos angesehen.
Du standst hinterm Stacheldrahtzaun im verblassenden Abendrot.
Dein ausgemergelter Körper, schrecklich gezeichnet vom Tod.
Nur Elend und Not.
Rettung und Liebe dir niemand bot.
Ich stehe hier noch immer vor dir, fragend in Gedanken versunken.
Wie tief ist der Mensch nur ohne Gewissen gesunken?
Es tut mir alles so unendlich leid.
Der Morgen der Hoffnung versinkt in der Ewigkeit.
Und könnt’ ich die Liebe dazu zwingen.
Ich käme geflogen 
auf mächtigen Engelsschwingen
und würde dich retten
in eine bessere und schönere Kinderzeit, fern jeder Angst und Traurigkeit.
 
 
©Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort zum "Am See der Träume"



Unser ganzes Leben ist ein Traum. Die Träume unseres jetzigen Lebens sind die Welt, in der wir die Eindrücke, Gedanken und Gefühle eines früheren Lebens ausarbeiten. Wie wir in unserem jetzigen Leben tausend Träume durchleben, so ist unser gegenwärtiges Leben nur eines von Tausenden solcher Leben, die wir aus einem anderen, wirklicheren Leben betreten - in das wir nach dem Tode zurückkehren. Unser Leben ist nur einer der Träume des wirklichen Lebens.
Tolstoi

Am See der Träume

 

Der Wind der Zeit blies leise und sanft über den See der Träume und überall standen ringsherum bizarr aussehende Bäume aus glitzerndem Bergkristall im hellen Lichte einer strahlenden Sonne irgendwo
im unendlichen All.

Am Strand der Hoffnung wandelten Menschen entlang und hielten sich innig ganz fest an der Hand.
Leise flüsternde Sphärenmusik - Spiel der Planeten im Weltengeschehen.
Willst du am See der Träume auch einmal steh’n?

Im süßen Schlaf der Nacht nur kommst du dort hin, denn erst dort in deinen Träumen erfährst du den wahren Sinn und von dem Geheimnis dann, was der See der Träume für dich alles kann.

Komm mit in den hellen ewigen Tag, ganz ohne Zeit und Raum, nimm ein zartes Blatt von einem kristallenen Baum!

Trag es an den Strand der Hoffnung, wirf es hinein in das Wasser des Lebens und du wirst sehen, dass all deine Wünsche in Erfüllung gehen.

Hast du noch Zweifel und glaubst nicht daran, dass der See der Träume für dich das alles kann? Nun, lasse dich einfach fallen in jene geheimnisvollen Weltenräume, die, wie der See der Träume, ganz nah bei dir sind, mein allerliebstes Menschenkind.





©Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo sich alles wieder vereint




Geborgen.

Tief in mir.

Das ich.

Verborgen.

Tief in mir.

Das Licht.

Am Morgen.

Es erwecket mich.

Es vergisst mich nicht.

Der Tag beginnt.

Die Zeit verrinnt.

Verloren.

In Raum und Zeit.

Für's Leben auserkoren.

In alle Ewigkeit.

Auf Reisen.

In der Unendlichkeit.

In geheimnisvoller Stille.

Wie ein starker Wille.

Die Seele.

Zum Zentrum allen Seins sie reist.

Ihr geheimnisvolles Zuhause, dort, wo sich

alles wieder mit ihr vereint.
 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

Wenn ein neuer Tag erwacht

 

 

 

Wenn ein neuer Tag erwacht

und die warme Morgensonne

am tintenblauen Himmel lacht,

ruf’ ich erfüllt von tiefer Wonne,

wie ein kleines Kind: „Wind, Wind, trag mich

fort, irgendwo hin

an einen fernen Ort!

Nimm mich mit geschwind!

 

Der Wind, er kommt ganz sanft und leise.

Er hüllt mich ein auf wundersame Weise

und nimmt mich mit auf eine weite Reise.

Vom Wind geführt, schweb’ ich dahin

in weiten Wolkenräumen.

Sein Atem flüstert mir ins Ohr, verführt

zum tiefen Träumen.

Er lässt manch’ schönes Lied erklingen, in unsichtbaren

Sphären, wo zarte Elfenstimmen wispernd singen

und

mein Gemüt verklären.

 

Tief unter mir die Menschenwelt

und über mir das Sternenzelt, trägt mich

der Wind hinfort – weit, weit, so weit

durch hellen Tag und dunkle Nacht

zu einem märchenhaften Ort, verborgen in der Ewigkeit.

 

Sanft hör ich eine Stimme wie im Traum: „Schau’ her, du Menschenkind, hier

steht der Lebensbaum, von dem die Seelen sind.“

 

Ich schau’ umher im Lichtermeer.

Was leuchtet da so fein, wie goldenes Haar im hellen Sonnenschein?

Ich dachte mir, das kann ja nur ein Engel sein und schau ganz tief nach unten.

Der Wind jedoch, er trägt mich fort.

Ich seh’ grad noch die Lichtgestalt, sie hat mir zu gewunken.

 

***

 

Ich wache auf aus langer Traumesnacht.

Der Wind, er weht durchs offene Fenster

und streichelt mein Gesicht ganz sacht.

Ein neuer Tag erwacht.

 

 

© Heinz-Walter Hoetter

 

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