Michael Bernt

Frostiger Morgenspaziergang

Ganz zaghaft graut es schon im Osten . Am Fenster stehn Eisblumen-Knospen .

Und lausch ich wie die Stille ruft, aus frostig - kalter Morgenluft,

hinein zum offnen Fensterflügel, zieh ich den Anorak vom Bügel .

Steck warme Schuhe an die Füße und wecke ganz sanft meine Süße .

 

Mit Handschuh, als auch Schal bestückt, noch einen Kuss ihr aufgedrückt,

geht‘s los, derweil der Hund jetzt drängelt, sich freudig um die Beine schlängelt .

Er kann es gar nicht mehr erwarten, dass den Spaziergang wir jetzt starten .

Das Brötchengeld noch eingesteckt, weil Kaffeeduft das Haus schon weckt .

 

Die Luft ist kalt , ganz rein und klar . Ich atme tief und werd gewahr,

wie meines Atems warmer Hauch, zu Schwaden wird und wirkt wie Rauch ,

der für Sekunden nur erscheint, von dem jedoch nichts übrig bleibt .

Die Nase läuft, Frost zwickt die Ohren und ich - hab jede Zeit verloren .

 

Der Weg er führt zum Fluß hinunter .  Die Sinne wach, der Geist wird munter .

Geweckt von tiefen Atemzügen, wird der Spaziergang zum Vergnügen .

Mit Nebel hüllt sich der Fluss in Schweigen, mag seine Schönheit noch nicht zeigen .

Und kein Geräusch durchdringt die Stille, nichts stört die frostige Idylle .

 

Und drüben, über‘m anderen Ufer, da lugt der tägliche Besucher,

ganz langsam über‘n Horizont, färbt diesen in orange und rot .

Das Schilf, es ist weiß angereift, als hätt der Frost es nur gestreift

und glitzert jetzt im Morgenlicht, was einen schönen Tag verspricht .

 

Die Bäume stehn in weißem Kleid . Ein jeder Ast ist stark bereift .

Die Szenerie scheint wie gemalt,  in weiß und grau, darüber strahlt,

der Himmel hell, von blau bis rot . Die Sonne hat noch ihre Not,

die Nebelschleier zu durchdringen, um ihre Wärme mir zu bringen .

 

Ein Spinnennetz, im Schilf versteckt, hat meine Neugier jetzt geweckt .

Das Netz hängt durch, ein jeder Faden . Sie sind mit Raureif schwer beladen .

Sonnenlicht, darin sich  spiegelt, wie mit dem Frost den Pakt besiegelnd,

dass sie für Stunden nun vereint, an diesem Kunstwerk bauen zu zweit .

 

Noch dünnes Eis liegt auf dem Fluß . Ganz leicht stell ich einen Fuß 

darauf, bis splitternd es zerspringt und knisternd ein Geräusch entspringt .

Und Blasen ziehen jetzt unters Eis . Sie laufen fort, wie zum Beweis,

dass nicht mal Eis sie halten kann .  Zum Ufer hin zieht ihre Bahn .

 

Lass mich von dem Moment verführen . Doch kann auch schon den Hunger spüren 

und in der Nase noch den Duft, von frischem Kaffee, der mich ruft .

Wenn Wintermorgen so beginnen, kann ich auch Frost was abgewinnen .

Dreh langsam um und kehre heim . Es ist schon schön von hier zu sein !

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.10.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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