Anita Slansek

Mia

Es ist nichts Besonderes mehr, morgens aufzustehen und am Spiegel vorbei zu huschen, nur um mich ja nicht zu sehen.

Es ist nichts Besonderes mehr mich unter viel zu großem Gewand zu verstecken um nicht gesehen zu werden.

Es ist nichts Besonderes mehr mich vor mir selbst zu ekeln, wenn ich mich im Spiegel sehe.

Ich mag sie nicht, diese Person, die ich im Spiegel sehe, diese kalte Figur und ihre Form.

Ich mag es nicht, dieses Ebenbild aus Hass, Angst und Schmerz.

Ich mag sie nicht, diese Figur, die mich mit ihren hasserfüllten, toten Augen anstarrt, ihre Blicke sind so kalt und tun so weh.

Es ist nichts besonderes mehr, dass diese kalte, lieblose Figur mir weh tut.

Ihre worte streifen über meine Haut, so scharf wie eine Klinge. Auch wenn es doch nur Gedanken sind, die immer lauter werden und immer tiefer in meine Haut dringen.

Vielleicht hört es endlich auf, vielleicht ist sie endlich still, wenn ich die Klinge für sie halte.

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