Karl-Konrad Knooshood

Waspernd



 

Des Nachts, da lauerte wispernd was,

es knisterte und raschelte mich wach,

des Nachts,

 

Es muss was gewesen sein,

das hielt mich hellwach,

ein diffuses Geräusch aus dem Hain,

das wuchs mir zu Krach…,

 

In meinem Schlafgemach,

schlich sich etwas an mich heran,

der Schreck mir in die Leisten stach,

schon rührte mich der Geisterkahn,

 

Des Nachts, kauerte keuchend, nass,

ich schlaflos nicht in Seattle wach,

sondern in meinem Bette schwach,

eine breite, fette Kralle stach,

 

was mir manche Knochen brach,

und eh ich's mich versah,

entstand im Obskuren ein Strudel,

in dem ich dann versank…








(30.03.2021)
(C) 2021, Knorke Hallowood 


Stulle: Was bedeutet "waspernd"?

Knorke: Das ist kein existierendes Wort, lieber Freund.

Stulle: Ein Misch-, ein Kofferwort vielleicht?

Knorke: Aus "wispernd" und "raschelnd" oder sowas.

Stulle: Du warst jetzt für knapp 1,5 Wochen komplett ESTORIES-abstinent. Wir haben uns erst vor drei
Tagen wieder gesprochen. Was war los?

Knorke: Am Dienstag, den 19. Oktober 2021, hatte ich ein Gedicht veröffentlicht, das sich mit meinem
Vorstellungsgespräch befasste.

Stulle: Ich hab es schon gehört, aber: Teile es den potenziellen Lesern mit: Wie lief es?

Knorke: Das Gespräch an sich verlief relativ gut, allerdings war ich hypernervös (was man mir meiner
Meinung nach nicht anmerkte), geriet an mindestens 2-3 Stellen ins Stocken, trudelte sprachlich, musste
retten, es war eine knappe Kiste. Da ich so gern Fußballvergleiche ziehe: Um ein Haar hätte es
mindestens zwei Tore gegeben. Womit ich nicht gerechnet hatte: In dem Gespräch saß ich sechs (!)
Leuten gegenüber! Ich hatte mit maximal zwei gerechnet! Dachte erst: Nur die sog. Personalreferentin, die
mir auch das Einladungsschreiben geschickt hatte - und vielleicht noch ein Chef, Vorarbeiter, irgendwer
anderes.

Stulle: Meinst Du, die hielten Dich nicht für geeignet? Woran lag's?

Knorke: Ich kann nur vermuten. Vielleicht war es "nur" ein besserer Bewerber, dessen Eigenschaften
mehr für ihn sprachen. Eventuell war es auch mehr als das. Meine hohe Qualifikation mag abgestoßen
haben. Ich meine: Mit nicht nur einer abgeschlossenen Ausbildung in einem nichthandwerklichen,
sondern Büroberuf, dazu noch FOS-Reife, dann Abitur auf 2. Bildungsweg, dann angefangenes aber
abgebrochenes Studium...Die könnten mich für einen überqualifizierten Typen gehalten haben. Das soll
echt kein Prahlen sein. Nur: Die "Fallhöhe" wäre relativ groß gewesen, obwohl ich sehr gute Gründe habe,
mich für einen "einfachen" Job zu bewerben. Ich meine: Der Bereich, um den ich mich bemühe, immer
noch, ist relativ gut bezahlt, gerade dafür, dass man dazu nichts lernen muss. Ich wäre mit so einem Job
durchaus zufrieden, ja glücklich. Doch genug davon.

Stulle: Du sagtest mir, dass Adalbert Nagele Dir einen netten Kommentar geschrieben hat, Du aber noch
nicht geantwortet.

Knorke: Es kommt vor, dass ich nicht sofort antworte oder antworten kann. Zunächst fiel ich in ein tiefes
Loch, nachdem schon vergangenen Samstag, also am 23., die Absage kam. Und an dem Tag selbst war
ich nicht am Computer, überhaupt nicht. War so fokussiert, konzentriert auf das Gespräch, dass ich an
nichts anderes mehr denken konnte, danach war ich erstmal fertig. Meine Freundin hatte mich gefahren,
als wir wieder da waren, lief auf ARTE eine 30 Jahre alte Verfilmung von "Madame Bovary" (nach
GUSTAVE FLAUBERTs Roman), die haben wir uns erstmal reingezogen.

Stulle: Gut?

Knorke: Solide. Ich hab das Buch, zu meiner Schande, noch nicht gelesen. Meine Planung ist, mir, sobald
ich einen Vollzeit-Job habe, in der Freizeit mehr Literaturklassiker reinzuziehen.

Stulle: Ein paar hast Du gelesen, nicht wahr? Dein neuer Gruseltext hier, ist er mit der heißen Nadel
genäht oder...?

Knorke: Er ist schon vom 30. März des Jahres, das ist wahr. Vorhin ergänzte ich ihn noch etwas, mir fiel
etwas ein. Da heute (noch) Halloween ist, wollte ich einen gruseligen Text hier beisteuern. Vor etwa 10
Stunden kam mir auch etwas Lustiges in den Sinn, in dem sogar zwei berühmte alkoholische Getränke
vorkamen, nämlich KELLERGEISTER und JÄGERMEISTER - mit Letzterem wollte ich Erstere vertreiben,
aber der Witz ließ sich nicht rasch genug mit weiterem Humoristischen anreichern, verpuffte allzu fix.
Jetzt hab ich zwei weitere fragmentarische Texte, die ich gleich in meinen virtuellen "Ausschussware"-
Ordner abheften kann.

Stulle: Du hättest mehr POE und LOVECRAFT lesen sollen.

Knorke: Erstgenannten hab ich durchaus mit Gewinn gelesen: "Grube und Pendel", "Die schwarze
Katze", "Der Untergang des Hauses Usher" u.a. Das meiste sind ja Kurzgeschichten. "Der Rabe" ist ein
gruseliges Gedicht, aber das hätte ich nicht adaptieren können. Welches Tier hätte ich nehmen können?
"Das Eichhörnchen"?

Stulle: Das erinnert mich an eine Deiner hier veröffentlichten Kurzgeschichten, die ist aber sehr brutal
und makaber.

Knorke: Ja, die war irgendwie großer Mist, im Nachhinein. Auch "Ferien im Verkehr" war relativ
misslungen. Vielleicht hab ich da zu sehr einen auf STEPHEN KING gemacht. Musste selbst gestehen,
dass die Grundkonstellation ein bisschen wie "Kinder des Mais" war, nur mit mehr Protagonisten. Tja,
"Die Mythologie des Eichhörnchens" kann man ja nochmal lesen. Wer mag... Ob das der Estories-
Algorithmus hergibt, ist unklar.

Stulle: Du hattest mir eine nicht fertiggestellte Gruselgeschichte geschickt. Die fand ich vielversprechend.
Warum nicht daran weiterschreiben?

Knorke: Das sollte so eine typische Klischee-Gruselparodie werden. Die greife ich irgendwann gewiss
wieder auf. Bis nächstes Halloween ist die bestimmt fertig.

Stulle: Falls Du einen Job kriegst: Was machst Du dann? Schreibst Du dann noch so viel?

Knorke: Bei der harten körperlichen Arbeit kann es schwieriger werden. Die ersten Tage werden mich
völlig umhauen, das ist mir klar. Falls es jetzt klappt. Momentan tut's das nicht. Am Dienstag hab ich einen
Termin, am Mittwoch einen anderen. Meine Hoffnungen sind verhalten.

Stulle: Wirst Du jetzt hier weiter veröffentlichen?

Knorke: Es ist so viel geschehen, ich komme nicht mehr hinterher.

Stulle: Na dann: Glück auf.

Knorke: Danke, danke.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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