Klaus Lutz

Der Bruder


Der Bruder


Eines Tages sprach Gott mit seinem Bruder! Der ein
Taxifahrer war. Über all seine Zweifel an der Schöpfung.
Dem Mensch, der stets Kriege führt. Dem Mensch, der
nur sein Leben wichtig nimmt. Dem Mensch, der keine
Rücksicht kennt. Der nur seine Ziele sieht. Und das er

ohne Denken und Erkenntnis lebt!

Dann sagte sein Bruder! Sieh Dir die Welt an: „Die Wälder

und Wiesen! Die Ozeane und Flüsse! Die Berge und Seen!“
Das ist alles ein Wunder1 Ein Platz der Träume! Und die
Erde ist perfekt. Und der Mensch sieht das auch. Nur, wie

reich er auf dieser Welt ist. Das sieht er zu spät!

Dann sagte sein Bruder! Ich sehe das jeden Tag: „Männer,

die nur von der Firma reden! Frauen, die alles für die
Arbeit machen! Zeit die nur Pläne kennt!“ Menschen, die
nur eine Familie wollen. Aber wie reich das Leben damit
ist. Und was der Mensch so wichtig nimmt. Das sieht er

zu spät!

Dann sagte sein Bruder! Die Welt ist perfekt! Das Leben

ist gut! Der Mensch ist wahr! Die Kunst ist klar! Nur hört
er nicht wenn die Zeit sagt: „Sieh die Sterne am Himmel!
Sieh die Natur der Welt! Sieh die Tage mit Freude! Und
die Zeit gibt alles. Nur für etwas Liebe. Das sieht er zu

spät!

Dann sagt Gott komm! Geht mit seinem Bruder durch

Alleen. Sitzt mit seinem Bruder am See. Denkt mit
seinem Bruder an Reisen. Und erklärt das Leben. Mit
einem Stern. Wo es nur Feen, Elfen und Engel gibt. Und
wo alles Glück lebt. Und warum nicht Kind sein. Und

wieder an Märchen glauben!

(C)Klaus Lutz

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.11.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Das Mädchen aus Oberschlesien von Brigitte Hanisch



Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
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