Nicki Niebauer
Kahle, kalte Wände
Was du siehst ist nicht das Licht am Ende, nur das weiß der kahlen, kalten Wände. Nicht Erleuchtung wartet auf dich, sondern schreiende Stille im gähnend leeren Nichts. Und fühlte es sich noch so sehr an als Stünde die Zeit still, rüttelt nun die ernüchternde Realität an dir und verkündet, dass du immernoch Teilnehmer am Leben bist. Schlingen aus Misstrauen heften dich auf die harte Liege. Traust du dem Leben nicht, tun sie es bei dir auch nicht. Der Klos im Hals, er knebelt dich, lässt keinerlei kleinsten Laut raus und selbst wenn doch, verstünden sie dich nicht. Sie fürchten den Ausbruch deines Inneresten, die Freilegung von noch schlummernden Gefühlen und Empfindungen. Dabei ist dir doch dein eigener Fluchtversuch missglückt. Und so bist du eingepfercht in diesen Raum - wie im Alptraum, nur du mit deinem größten Feind. Alles was dir bleibt sind kahle, kalte Wände. Vorheriger TitelNächster TitelDie Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Nicki Niebauer).
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.11.2021.
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