Ursula Rischanek

Die Bäume 🌳

Stell dir nur vor, wie es denn wär,
in einem Zauberwald zu sein,

in dunkler Nacht, so ganz allein.
Auf einer Lichtung sonderbar,
drei alte Bäume werden dir gewahr.

Der erste ist der Baum der Wahrheit,

sein Blätterdach, so überreich,
darunter stehend schien einst Pflicht,
doch dies behagt so Manchem nicht.
 

Der zweite trägt an Ästen schwer,
so schwer und reich beladen,

an seinem hingepflanzten Orte,
schier unermesslich ist sein Schatz,
er ist der alte Baum der Worte.

Der dritte Baum, er ist schon alt,

dies lässt sich gut erkennen,
an seiner knorrigen Gestalt,
ist als Erkenntnisbaum
wohl zu benennen.


Die Kerben, die im Lauf der Zeit,
an seiner Rinde tief, so tief,
sie machten sich am Stamme breit,
er war geneigt, so krumm und schief.

Erkenntnis, Wahrheit und das Wort,

was uns so tief und immerfort.
Durch ihre Wurzeln sehr verbunden,
an diesem ganz besondrem Ort.


                   
* * * *

Ich im Denken ganz versunken,
in meiner Tiefsee fast ertrunken,
wo mir die besten Wörter klungen.

 

Wie Schwerter tief sind all die Sätze,
sind mir wie alte Nibelungen.

Wie uns einst beste Wörter klungen,
von dem die Alten uns noch sungen.
Doch dies ist längst schon grau verklungen,
das was uns wurde einst gesungen.

Hier ist der Stift und wiegt so schwer
und gibt auf ewig, immer wieder
neue alte Wörter her.

Bis das dein Herz ist ausgeschwungen,
schwertergleich den Nibelungen.


Nun los du Tinte komm herbei!
Breite dich auf weißes Blatt,
nur lass mich niemals ganz allein,
als dem, der ich die Wörter hab.

 

Für Immerdar und immerfort,
mit einem Schwert in meiner Seele,

bis hinab ins kalte Grab.

Und über diesem kühlen Ort
stehen immer die drei Bäume.

© Uschi Rischanek & Ralf Maul

https://poeten.de/forums/topic/29638-%E2%80%8B-die-bäume%C2%A0%C2%A0🌳-%E2%80%8B/

 

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